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Virtual Visor: Boschs digitale Sonnenblende mit transparentem Display

Bosch ersetzt die alte Sonnenblende durch ein transparentes Display, das den Bereich um die Augen des Fahrers gezielt verschatten kann.

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Bosch zeigt das Konzept des Virtual Visor erstmals auf der CES 2020.

(Bild: c't/jkj)

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Eine transparente Sonnenblende, die Teile des Gesichts mittels Algorithmen verschattet, hat der deutsche Zulieferer Bosch am Sonntag im Vorfeld der CES in Las Vegas vorgestellt. Der von Bosch in den USA entwickelte "Virtual Visor" besteht aus einem transparenten Display und einer Kamera. Die Software erkennt die Augen des Fahrers (oder Beifahrers) und verdunkelt dann gezielt die Regionen, in denen das einfallende Sonnenlicht blenden könnte. Der Rest des Displays bleibt durchsichtig und der Blick auf die Straße frei.

"Besonders wenn Autofahrer morgens und abends von der tiefstehenden Sonne geblendet werden, geraten klassische Sonnenblenden an ihre Grenzen", erklärt Steffen Berns, der bei Bosch den Geschäftsbereich Car Multimedia leitet. "Mit der digitalen transparenten Sonnenblende von Bosch haben wir für dieses Problem eine innovative Lösung entwickelt."

CES 2020: Bosch Virtual Visor (3 Bilder)

Jason Zink und seine Kollegen Ryan Todd und Andy Woodrich hatten die Idee für den Visor.
(Bild: heise online/asp)

So soll der Virtual Visor aussehen, wenn er in Serie geht.

(Bild: Bosch)

Die Innenraumkamera des "Virtual Visor" überwacht das Gesicht des Fahrers während der Fahrt. KI-Algorithmen erkennen die verschiedenen Gesichtspartien der Insassen und die Blickrichtung. Darüber hinaus erkennt die Software, welche Schatten die Sonne wirft. Daraus errechnet der Algorithmus, welche Bereiche des LC-Displays er abdunkeln muss, damit der Fahrer nicht geblendet wird.

Entwickelt hat das System ein Team von Bosch Nordamerika im Rahmen eines Innovationsprogramms. Die Ingenieure Jason Zink, Ryan Todd und Andy Woodrich entwickeln sonst Antriebslösungen. Sie hatten die Idee, statt einer starren Sonnenblende, die immer auch einen Teil des Sichtfelds blockiert, ein transparentes Display zu benutzen. "Der erste Prototyp, den wir zur Präsentation unseres Konzeptes genutzt haben, entstand aus einem alten LCD-Bildschirm, den wir in einer Recyclingtonne gefunden hatten", erzählt Zink.

Für ihr Projekt fanden die drei Erfinder Unterstützer im Management, die es als Mentoren begleiteten. "In einem Unternehmen wie Bosch, in dem sich die Grenzen zwischen Bereichen und Funktionen auflösen und Fachwissen mehr zählt als Rang oder Hierarchie, können Innovationen überall im Unternehmen entstehen. Diesen Ansatz wollen wir in Zukunft weiter ausbauen”, sagt Boschs Nordamerika-Chef Mike Mansuetti.

Bosch zeigt das Konzept des Virtual Visors erstmals auf der CES in Las Vegas. Serienreif ist der Visor noch nicht. Bosch arbeite mit ersten Herstellern bereits an einer möglichen Umsetzung, sagte ein Sprecher in Las Vegas. Darüber hinaus sind von dem deutschen Zulieferer unter anderem Neuheiten in Sachen Armaturenbrett und Lidar-Sensoren zu erwarten. (vbr)