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Virtualisierungslösung KVM in nächster Linux-Version

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Linus Torvalds hat die Virtualisierungsumgebung KVM (Kernel-based Virtual Machine for Linux) in den zu Linux 2.6.20 führenden Kernel-Entwicklerzweig aufgenommen. Bei KVM arbeitet der Kernel nach Laden eines speziellen Moduls selbst als Hypervisor für virtuelle Maschinen. Das gelingt jedoch nur in Zusammenarbeit mit den Virtualisierungsfunktionen aktueller x64-Prozessoren von Intel (VT: Vanderpool) oder AMD (AMD-V: Pacifica/Presidio, Secure Virtual Machine/SVM). Die erst vor kurzem fertiggestellte Unterstützung für AMDs Technik ist im aufgenommen Quellcode enthalten, die aus älteren Patches übernommene Beschreibung spricht wohl fälschlicherweise nur von Unterstützung für Intel-CPUs.

Durch seinen Ansatz lief KVM ohne große Patch- und Kompilierorgien nach dem vergleichsweise simplen Kompilieren eines Moduls bereits mit aktuellen Kerneln. Virtuelle Maschinen, die unmodifizierte Betriebssysteme ausführen, sollen im Host als einfacher Prozess erscheinen und vom Host-Kernel unabhängig arbeiten. Ähnlich wie auch Xen kommt zur unterstützenden Emulation typischer PC-Komponenten der virtuellen Maschinen ein modifiziertes QEMU zum Einsatz.

Das erstmals vor knapp zwei Monaten der Öffentlichkeit präsentierte KVM überholt damit die mit anderen Ansätzen arbeitenden Virtualisierungslösungen Xen, OpenVZ oder Linux-VServer locker auf dem Weg zur Integration in den Kernel. Xen beispielsweise hofft darauf schon seit fast zwei Jahren vergeblich. Mit der ebenfalls in 2.6.20 aufgenommenen Hypervisor-Schnittstelle dürften zumindest für Xen die Chancen auf die endgültige Annäherung an den Linux-Kernel steigen, sobald die Umgebung denn auf der neuen Schnittstelle aufsetzt. (thl)