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Virtueller Blindenstock: Kamera für Sehbehinderte

Ein Wissenschaftlerteam aus den USA hat ein Bilderkennungssystem für Blinde entwickelt, das 3D-Kameras wie Microsofts Kinect-Sensor nutzt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Eelke Folmer und Vinitha Khambadkar, Forscher an der University of Nevada, hoffen, dass die Technik eines Tages den klassischen Blindenstock ablösen könnte.

Das sogenannte Gestural Interface for Remote Spatial Perception, kurz GIST, nutzt 3D-Sensoren, um Objekte im Sichtfeld des Blinden zu analysieren und zu identifizieren. "GIST erlaubt es dem Nutzer, Informationen direkt aus seiner Umgebung zu ziehen", sagt Folmer.

Das Team nutzt Ideen aus dem "Sixth Sense"-Projekt des MIT, einem Augmented-Reality-Forschungsvorhaben, bei dem ein tragbares Gerät Informationen auf die physische Welt projiziert und Nutzern dann die Interaktion durch Winken, Zeigen und weitere Handgesten erlaubt. GIST arbeitet aber etwas anders: Hier werden Daten als Reaktion auf Gestenbefehle gesammelt, um die eingeschränkte Raumwahrnehmung von Blinden zu erweitern.

Wenn ein GIST-Träger beispielsweise ein "V"-Zeichen mit Zeige- und Mittelfinger macht, identifiziert das Gerät die dominante Farbe im gewählten Bereich. Streckt der Nutzer seine geschlossene Faust aus, teilt GIST mit, ob sich eine andere Person in dieser Richtung befindet und wie weit sie weg ist. Gesten sind aber nicht die einzige Möglichkeit, mit dem System zu interagieren – dank des Kinect-Sensors, der Objekte, Gesichter und Sprache erkennen kann. "Man sagt dem Sensor dann beispielsweise, dass das hier die persönliche Tasse ist. Dann setzt man sie auf den Tisch ab und kann später fragen, wo sich der Gegenstand gerade befindet. GIST teilt dann z.B. mit, dass man ihn genau vor Nase hat", so Folmer.

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