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Virtueller Sichtschutz fürs WLAN

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Forscher am Institut Polytechnique in Grenoble haben in Zusammenarbeit mit dem französischen Papiertechnikzentrum CTP eine Tapete entwickelt, die Betreibern häuslicher WLAN-Netze mehr Privatsphäre verspricht, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Verfahren soll verhindern, dass Funkwellen über die eigenen vier Wände hinaus gelangen. Somit müssten sich Nutzer nicht mehr nur auf WLAN-Verschlüsselungstechniken verlassen, von denen in den letzten Jahren gleich mehrere geknackt wurden.

Die Sicherheitstapete aus Grenoble basiert auf einem sogenannten Metapapier: Darin enthaltene Muster, die mit einer Silbertinte aufgebracht wurden, sollen dafür sorgen, dass Wellen auf der meistbenutzten WLAN-Frequenz von 2,4 GHz nicht mehr durchdringen und in den Innenraum reflektiert werden.

Bis zu drei verschiedene Bereiche des Spektrums lassen sich mit dem Metapapier derzeit blockieren – neuere WLAN-Funktechniken, die um 5 GHz arbeiten, wären also ebenfalls abdeckbar. Der große Vorteil des Metapapiers: Da die Muster nur ganz bestimmte Frequenzen blockieren, entsteht kein Faradayscher Käfig. Radio- und Fernsehsignale dringen nach wie vor genauso in die Behausung wie Mobilfunkwellen auf den üblichen Bändern. Der Schutz funktioniert auch, wenn über dem Metapapier noch eine weitere normale Tapete angebracht ist, so dass Innenarchitekten nicht in ihren Gestaltungswünschen eingeschränkt werden.

Derzeit gibt es allerdings noch ein wichtiges Problem: Damit das heimische WLAN wirklich im Haus bleibt, müssen nicht nur Wände mit der Strahlenschutztapete versehen werden, sondern auch Böden, Decken, Türen und zur perfekten Abdichtung sogar Fenster. Für letztere müsste das Metapapier zunächst transparent gemacht werden.

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(bsc)