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Virus bei Apple-Chipfertiger TSMC war WannaCry

Der taiwanische Prozessorproduzent fürchtet nach einem Malware-Angriff Umsatzeinbußen in Höhe von 150 Millionen Euro. Mit Pech kommen die neuen iPhones später.

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Virus bei Apple-Chipfertiger TSMC war WannaCry

Standort von TSMC.

(Bild: TMSC)

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, der wichtigste Chipfertiger für iPhone und iPad, hat Detailangaben zu einem am Wochenende bekanntgewordenen Virusangriff auf seine Rechnerinfrastruktur gemacht. Wie das Unternehmen in Taipeh mitteilte, handelte es sich bei der Malware um die alte Ransomware WannaCry – eine Problematik, die andere Unternehmen schon vor über einem Jahr beschäftigt hatte und in der Sicherheitsbranche eigentlich längst als überwunden galt.

Laut TSMC-Vorstandschef C.C. Wei war das Problem bereits am Freitag beim Aufspielen von Software auf neue Firmencomputer aufgetreten. Die neuen Geräte seien ohne vorherige Virenprüfung mit dem Intranet verbunden worden und waren offenbar gegen die von WannaCry ausgenutzte Lücke ungepatcht. Betroffen seien Rechner in einigen Chipfabriken in Taiwan, die über das Betriebssystem Windows 7 laufen, so Wei.

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Aktuell ist noch unklar, ob die Malware direkte Auswirkungen auf die Herausgabe der neuen iPhone-Modelle hat, die im September erscheinen dürften – hier soll Analysten zufolge die Produktion in vollem Gang sein. TSMC machte aber bereits Angaben zur potenziellen Höhe der Schäden durch WannaCry. Laut Wei rechnet man damit, dass sich die Umsätze im dritten Quartal um knapp zwei Prozent reduzieren könnten, was gut 150 Millionen Euro entsprechen soll.

"Unsere Hauptcomputersysteme, die die Produktionsdatenbank sowie die Kundeninformationen enthalten, sind intakt", sagte der Vorstandschef bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Taipeh. Man habe das Problem binnen eines Tages unter Kontrolle bringen können.

Erpressungstrojaner wie WannaCry verschlüsseln den Inhalt eines Computers und verlangen Lösegeld von den Nutzern. WannaCry hatte im Mai vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, als eine Virus-Attacke Hunderttausende Windows-Computer in mehr als 150 Ländern lahmlegte. (mit Material von dpa) / (bsc)

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