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Vivy-Gesundheits-App sperrt Nutzer nach Software-Problemen

Die von Krankenkassen unterstützte Gesundheits-App Vivy hat nach einer Aktualisierung Nutzer gesperrt. Deren Medikationsplan war falsch angezeigt worden.

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(Bild: Billion Photos/Shutterstock.com)

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In der Gesundheits-App Vivy ist der Medikationsplan zahlreicher Nutzer durcheinander geraten. Daher sperrte das Unternehmen die betroffenen Accounts. Grund sei eine "Aktualisierung des Softwarecodes", die dazu führte, "dass Dosierungen der Medikamente am Abend für die Dosierung am Mittag übernommen wurden". Der Fehler konnte nicht vonseiten des Unternehmens behoben werden.

Nutzer wurden daher komplett gesperrt. Sie bekamen eine Mail, mit der Aufforderung sich telefonisch oder per Mail zu melden, um wieder freigeschaltet zu werden. Zugleich mussten sie damit bestätigen, dass sie ihren alten – also fehlerhaften – Medikationsplan selbst löschen.

Laut einer Vivy-Sprecherin sei es ein "Fehler in der Darstellungsform" gewesen. Das Backup auf den Vivy-Servern könne nicht wiederhergestellt werden. "Da die Mitarbeiter der Vivy GmbH selbst niemals Zugriff auf die Daten auf dem Gerät der Benutzer haben, muss der Benutzer die Daten in seinem Gerät selbst löschen." Die Medikationspläne auf dem Vivy-Server seien entfernt worden. Wie viele Nutzer von dem Problem betroffen sind, teilte Vivy gegenüber heise online nicht mit.

Zu den Partnern von Vivy gehören 29 gesetzliche und vier private Krankenkassen. 19,4 Millionen Versicherte können damit ihre Krankenakte digital verwalten. Kurz nach der Einführung der App Vivy wurden allerdings gravierende Sicherheitsmängel aufgedeckt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass die elektronische Patientenakte ab 1. Januar 2021 jedem Patienten freiwillig zur Verfügung steht. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber warnt vor Abstrichen. (emw)