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VoIP-Anbieter wollen Netze zusammenschalten

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Drei der derzeit aktivsten Voice-over-IP-Anbieter für den Massenmarkt, Freenet, Web.de und Indigo Networks (Sipgate), kündigten am heutigen Dienstag in Düsseldorf an, dass sie ihre Netze zusammenschalten wollen. Ihre rund 200.000 Nutzer können dann innerhalb der drei Netze kostenlos miteinander telefonieren. Zusammen mit internationalen Kooperationen könnten etwa Sipgate-Kunden nach Angaben von Indigo Networks sogar inzwischen mit einer Million Teilnehmer weltweit kostenlos telefonieren. Man erwarte durch VoIP eine ähnliche Entwicklung wie bei der Liberalisierung des Telefonmarktes, hieß es etwa bei Freenet.

Geplant ist die Zusammenschaltung seit längerem, jetzt machen die VoIP-Aniebter ernst. Alle drei Firmen setzen auf leicht unterschiedliche Konzepte bei der Nummerierung, da vorerst die 032-Nummern noch nicht vergeben werden. Mit Blick auf Nummerierung und Zusammenschaltung kündigten Vertreter der drei Anbieter auch einen Katalog von Forderungen an die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) an.

Vor allem streben die Anbieter eine Entbündelung bei DSL-Vorprodukten an. Erst diese gibt Spielraum für die eigene Preisgestaltung und erlaubt eine echte Portabilität von Rufnummern. Derzeit müssen T-DSL Kunden ihre Rufnummer aufgeben, wenn sie zu einem alternativen Anbieter wollen. "Durch das Quasi-Monopol der Deutschen Telekom ist Deutschland im Breitband-Markt fast europäisches Schlusslicht", kritisierte Ole Wegner von Freenet. Es sei dabei durchaus akzeptabel, wenn die Telekom bei einer Entkopplung einen Infrastruktur-Aufschlag für einen DSL-Anschluss zwischen fünf und sieben Euro pro Monat verlange.

Indigo Networks plant zu gleicher Zeit die Ausweitung seines Geschäfts im liberaler regulierten britischen Königreich. Kommende Woche will man hier neue Dienste ankündigen. Damit kann die Landkarte der kostenlosen VoIP-Netze weiter wachsen. (jk)

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