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Vodafone-Chef Colao tritt noch vor Unitymedia-Übernahme ab

Den Deal tütete er ein, umsetzen muss ihn nun ein anderer. Vodafone-Chef Colao geht nach dem Kauf des Kabelnetzbetreibers Liberty Global von Bord – und präsentiert ein letztes Mal die Jahreszahlen des Konzerns.

Vittorio Colao

Vodafone-Chef Vittorio Colao übergibt die Führung an den Finanzchef Nick Read.

(Bild: dpa, Bernd von Jutrczenka/Archiv)

Vodafone-Chef Vittorio Colao räumt nach der jahrelang ausgehandelten Übernahme des deutschen Kabelkonkurrenten Unitymedia überraschend das Feld. Der 56-jährige Italiener, der seit rund einem Jahrzehnt an der Spitze des britischen Telekommunikationskonzerns steht, übergibt ab Oktober an den bisherigen Finanzchef Nick Read, wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Den Anlegern gefiel die Überraschung nicht, die Aktie rutschte in London am Vormittag ab.

Vodafone hat nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten in Folge im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende März) dagegen wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die Briten verdienten unter dem Strich 2,79 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf dem indischen Markt schwer ins Kontor geschlagen und den Verlust auf 6,1 Milliarden Euro hochschnellen lassen. Davor hatte der Telekom-Rivale ein Minus von mehr als 5 Milliarden eingefahren.

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Colao hatte erst vergangene Woche die 18,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Unitymedia und weiteren europäischer Kabelgesellschaften vom Rivalen Liberty Global eingetütet. 10,8 Milliarden Euro wollen die Briten in bar auf den Tisch legen, der Rest des Unternehmenswerts sind Schulden. Abgeschlossen werden soll das Geschäft Mitte kommenden Jahres – durchziehen muss es also Colaos Nachfolger. Kartellbehörden müssen die Übernahme aber noch genehmigen.

Es wäre die größte Transaktion in der europäischen Telekom-Branche seit Jahren. Allerdings gibt es auch Gegenwind: Konkurrenten wie die Deutsche Telekom wettern wegen angeblicher Übermacht in einzelnen Märkten gegen den Deal.

Der Umsatz des Vodafone-Konzerns sank im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro. Das lag vor allem an der Ausgliederung des niederländischen Geschäfts sowie unvorteilhaften Wechselkursen. Die Serviceerlöse – sie gelten als Maßzahl für den wirtschaftlichen Erfolg im Wettbewerb und klammern Umsätze aus dem Verkauf von Handys und Tablets aus – konnte Vodafone im vierten Quartal aber mit 1,4 Prozent deutlicher steigern als von Analysten erwartet.

Vodafone berichtet seit einiger Zeit in Euro, weil das Unternehmen auch jetzt schon den Großteil der Geschäfte auf dem Kontinent macht – vor allem in Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt. Hier lief es weiter rund. Die deutsche Tochter steigerte die Serviceerlöse im Gesamtjahr um 2,6 Prozent, weil das Unternehmen im Kabelgeschäft einen guten Lauf hat. Im Mobilfunk wuchsen die Serviceerlöse im vierten Quartal jedoch lediglich um 0,3 Prozent. Die Deutsche Telekom hatte im gleichen Zeitraum deutlich besser abgeschnitten, die O2-Mutter Telefónica Deutschland etwas besser.

Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte im Gesamtjahr um rund vier Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Das war etwas mehr als von Analysten gedacht. Im gerade angelaufenen Jahr soll der operative Gewinn aus eigener Kraft um 1 bis 5 Prozent zulegen. Dabei ist das indische Geschäft bereits ausgenommen. Hier will Vodafone die eigene Tochter mit dem Rivalen Idea Cellular zusammenlegen. Bis Ende Juni soll das in trockenen Tüchern sein. (dpa) / (axk)

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