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Vodafone Deutschland: Umsatzsprung, aber nur wegen Unitymedia-Übernahme

Vodafone erzielt 1,9 Prozent mehr Umsatz im Service. Dabei machen sich die Effekte der Unitymedia-Übernahme positiv bemerkbar.

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Die Vodafone Deutschland Zentrale in Düsseldorf.

(Bild: Vodafone)

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Der Mobilfunk-Konzern Vodafone Deutschland hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres dank der Übernahme von Unitymedia einen deutlichen Umsatzsprung hingelegt. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze um 8,4 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro an, teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Vorjahreshalbjahr hatte der Umsatz noch 4,57 Milliarden Euro betragen. Der reine Serviceumsatz mit Festnetz- und Mobilfunkdiensten stagniert allerdings.

Im Mobilfunkbereich setzte Vodafone 2,549 Milliarden Euro um, und damit 1,6 Prozent weniger als im Vergleichshalbjahr 18/19, heißt es von Vodafone. Damals lag der Umsatz noch bei 2,589 Milliarden Euro. Dies beschränkt sich allein auf den Service, der Geräteverkauf ist dabei nicht berücksichtigt. Für den Umsatzverlust sei unter anderem der Rückgang bei der Vermietung von Netzkapazitäten an Drittanbieter, namentlich Wholesale, verantwortlich. Nach Bereinigung von Regulierungseffekten und Berücksichtigung des Geschäfts mit Drittanbietern ergebe sich ein geringfügiges Wachstum von etwa ein Prozent.

Den Angaben zufolge hat Vodafone im ersten Halbjahr etwa 264.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden gewonnen. Die Anzahl der Vertragskunden liegt nun bei etwa 18,22 Millionen von insgesamt 29,57 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland.

Beim Ausbau des Mobilfunknetzes komme man gut voran, heißt es weiter. Rund 4200 LTE-Bauprojekte seien abgeschlossen worden, sodass 2 Millionen Menschen zusätzlich LTE nutzen können. Etwa 96 Prozent der deutschen Bevölkerung könnten so mit LTE-Mobilfunk von Vodafone versorgt werden. Außerdem habe das Unternehmen mit dem Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes begonnen und 60 Mobilfunkstationen mit zusammen 180 Antennen in Städten und auf dem Land errichtet.

Im Bereich Festnetz sieht es für Vodafone in Deutschland deutlich besser aus. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent auf 2,412 Milliarden Euro an. Davon entfallen 1,557 Milliarden Euro auf den Kabelbereich, 864 Millionen auf DSL und VDSL.

Hierbei machen sich die positiven Effekte durch die Fusion mit dem Breitband-Anbieter Unitymedia bemerkbar. Die Anzahl der Festnetzkunden nahm um 57,7 Prozent auf 10,6 Millionen zu. Die Anzahl der Kabelkunden beträgt nach Angaben von Vodafone nun 7,6 Millionen, eine Steigerung von 109,4 Prozent. Auch bei den TV-Kunden konnte Vodafone deutlich zulegen, um 79,7 Prozent auf 13,7 Millionen.

Wie Vodafone weiter mitteilte, sei man bei der laufenden Integration von Unitymedia in den Vodafone-Konzern gut vorangekommen. Die Vermarktung gemeinsamer Produktpakete habe bereits ein Monat nach der Übernahme begonnen. Rund 30.000 Neukunden konnten seitdem gewonnen werden. Der gemeinsame Netzausbau laufe bereits. In Hagen wurde zudem am Dienstag das erste gemeinsame Gigabit-Projekt gestartet. Rund 144.000 Haushalte könnten in der Stadt Hagen und Umgebung nun Gigabit-Anschlüsse erhalten.

Vodafone Deutschland-CEO Hannes Ametsreiter sieht auf eine gute Entwicklung zurück: "Als Mobilfunker gestartet, haben wir uns in den letzten fünf Jahren zu einem Digitalisierungskonzern entwickelt, der Menschen, Dinge und Dienstleistungen vernetzt. Zuhause schätzen die Kunden unseren gigabitschnellen Kabelglasfaser-Anschluss, unterwegs unser mobiles Highspeed-Netz. Unsere Wachstumszahlen belegen: Der Ansatz 'alles aus einer Hand' kommt beim Kunden an. Jeden Tag haben wir in den letzten Wochen bis zu 1.000 DSL-Kunden auf unser superschnelles Kabelglasfaser-Netz gebracht." (olb)