Vodafone: Handy-Bücher statt E-Book-Reader

Einen E-Book-Reader stellte Vodafone auf der Buchmesse nicht vor, dafür eine Kooperation mit dem E-Book-Hersteller Blackbetty für digitalen Lesestoff auf Vodafone-Handys.

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Von
  • Dirk Srocke

Leicht und handlich: Die Handy-Ausgabe des dicken Schmökers "Verblendung" von Stieg Larsson.

Während die Gerüchteküche um einen E-Book-Reader vom Mobilfunkanbieter Vodafone köchelt, kündigte der Kommunikationsdienstleister auf der Frankfurter Buchmesse stattdessen eine Kooperation mit dem österreichischen E-Book-Spezialisten Blackbetty Mobilmedia an und will Lesestoff für Handys liefern. Ab ersten November wird das Angebot auf dem Portal Vodafone Live mit 50 Bezahltiteln starten. Jedes Buch wird als separate Java-Anwendung ausgeliefert und soll auf nahezu allen gängigen Mobiltelefonen funktionieren. Die in Software eingebetten E-Books sind mehrere 100 KByte groß, lassen sich in Fontgröße und Bildschirmausrichtung anpassen und bieten eine Volltextsuche.

Die Bücher sollen zwischen einem und zehn Euro kosten und werden ausschließlich für Vodafone-Kunden zu haben sein. Für das Leseangebot kooperiert Blackbetty mit verschiedenen Verlagsgruppen, das Sortiment soll kontinuierlich wachsen. Wichtigster Partner ist derzeit die Verlagsgruppe Random House mit 1.700 übernommenen Titeln. Zudem steuern Egmont, Ueberreuter und der Arena Verlag Bücher zum Blackbetty-Sortiment bei. Binnen zwei Jahren soll der Belletristik-Pool jenen von Google übertreffen, so das ehrgeizige Ziel von Karsten Sturm vom Entwicklerteam bei Blackbetty Mobilmedia.

Um die Bücher für Handys aufzubereiten, setzt Blackbetty auf eine eigens entwickelte Mobile Publishing Suite (MPS). Die Buchdaten werden dabei auf zentralen Servern vorgehalten und über Profile an das jeweilige Endgerät angepasst. Das System kommt mit internationalen Zeichensätzen zurecht und kann E-Books auch in Arabisch oder Japanisch erstellen. Künftig will Blackbetty darüber auch gezeichnete Comics für Handys realisieren.

Mit der "Mobile Live Fantasy"-Serie Wyrm hat Blackbetty zum Start der Buchmesse ein erstes Leseangebot präsentiert, die erste Staffel wird (abgesehen von Mobilfunkgebühren) kostenlos angeboten. Das von Wolfgang Hohlbein verfasste Werk wird wöchentlich um eine neue Episode ergänzt. Dabei will der Autor auch auf tagesaktuelle Ereignisse der Zeitgeschichte eingehen. (acb)