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Vodafone schreibt tiefrote Zahlen

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Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone hat im Geschäftsjahr 2005/2006, das mit dem März endete, tiefrote Zahlen geschrieben. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 17,23 Milliarden britische Pfund (25,14 Milliarden Euro) nach einem Überschuss von 5,42 Milliarden Pfund ein Jahr zuvor, teilte die Gesellschaft heute in London mit (PDF-Datei). Hintergrund sind hohe Abschreibungen vor allem auf das deutsche Geschäft, die wegen der schwächeren Wachstumserwartungen angefallen sind. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 29,35 Milliarden Pfund.

Am Wochenende war bereits gemeldet worden, Vodafone erwarte einen Rekordverlust von über 20 Milliarden Pfund. In einem "Strategie-Update" kündigt das Unternehmen nun einige Schritte an, um die Vorgehensweise den veränderten Bedingungen auf dem Mobilfunkmarkt anzupassen. Dazu gehörten Kostenreduzierungen in Europa und das Ziel verstärkten Wachstums in aufstrebenden Märkten. Am Firmensitz in Newbury sollen 400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Geschäft mit IT Application Development and Maintenance werde ausgelagert. Das Network Supply Chain Management solle zentralisiert und die regionalen Data Center konsolidiert werden. Die strategischen Ziele sollen wie zuvor angekündigt künftig in den drei Geschäftsbereichen Europa mit Bill Morrow als Verantwortlichen, Osteuropa/Naher Osten/Afrika/Asien-Pazifik unter der Leitung von Paul Donovan und der Abteilung "New Businesses" unter Thomas Geitner verfolgt werden. Geitner sei verantwortlich für neue Kommunikationsdienste, die der zunehmenden Konvergenz von mobilen, Breitband- und Internetdiensten gerecht werden sollen.

Weiter hat Vodafone angekündigt, in den Festnetzmarkt vorstoßen zu wollen. "Zwei Punkte sind entscheidend für weiteres Wachstum bei Vodafone Deutschland: UMTS und Festnetzsubstitution. Wir wollen langfristig unseren Marktanteil vom Mobilfunk auf das Festnetz ausdehnen" kündigte Friedrich Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung Vodafone D2 GmbH, heute an. Noch im Laufe dieses Jahres will das Unternehmen ein Komplettangebot aus Mobilfunk und DSL-Internetzugang anbieten. Dazu werde die Kooperation mit Arcor verstärkt.

In Deutschland erzielte Vodafone 5,75 Milliarden Pfund (8,44 Milliarden Euro) Umsatz gegenüber 5,68 Milliarden im Vorjahr und ein ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 2,7 Milliarden Pfund, also 58 Millionen Pfund mehr als im vorigen Geschäftsjahr. Hier habe sich das Unternehmen trotz eines intensiveren Preiskampfes insbesondere mit neuen Konkurrenten und einer hohen Penetrationsrate steigern können. Es zählt nun 2 Millionen UMTS-Kunden gegenüber 360.000 vor einem Jahr. Allerdings hat sich das Geschäft vor allem in Deutschland nicht wie bei der Übernahme von Mannesmann D2 gedacht entwickelt. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen insgesamt einen Umsatzzuwachs von 5 bis 6,5 Prozent. (anw)

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