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Vodafone will Handy-Jugendschutz per Bluetooth-Deaktivierung realisieren

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Mobilnetzbetreiber Vodafone D2 trommelt für den Jugendschutz auf Handys, die sich in der Hand von Kindern und Jugendlichen befinden. Die Deutschland-Chefs von Vodafone und des Handy-Herstellers Samsung stellten laut dpa eine spezielle Version des Samsung-Handys D900i am Donnerstag in einer Düsseldorfer Schule vor, das für die Abschaltung der werksseitigen Bluetooth-Funktion vorbereitet ist. Auf diese Weise wollen die Firmenbosse der Verbreitung von jugendgefährdenden Bildern und Videos Einhalt gebieten, die Handys wie das 900i in hoher Qualität aufnehmen können.

Im Handy-Menü wird der Punkt Jugendschutzsperre gewählt und die Aufforderung zur Aktivierung mit "ok" beantwortet. Danach erhält man eine Konfigurations-SMS, die wiederum bestätigt werden muss. Danach beginnt automatisch der Installationsprozess, und die Sperrfunktion ist eingerichtet, teilt Vodafone mit. Alternativ kann die Vodafone-Kundenbetreuung anrufen, um die Konfigurations-SMS anzufordern. Einmal aktiviert, kann die Bluetooth-Sperre nur aufgehoben werden, wenn man im Call-Center anruft und das Kundenkennwort angibt, erklärte Vodafone-Sprecherin Ute Brambrink gegenüber heise online. Technisch versierte Handy-Besitzer können auf die Idee kommen, die Sperre mittels Firmware-Upgrade aufzuheben. Diese Methode beinhaltet indes das Risiko, dass das Handy gar nicht mehr benutzbar ist, und es ist ferner nicht immer legal, wie der Beitrag Branding ade auf heise mobil erläutert.

Weitere Schlupflöcher in Vodafones Jugendschutz-Initiative sind die beim Samsung D900i vorhandene, herausnehmbare microSD-Speicherkarte sowie die USB-Schnittstelle. Damit stehen jugendlichen Nutzern auch nach Aktivierung der von Vodafone als Jugendschutzmaßnahme apostrophierten Bluetooth-Sperre weiterhin zwei einfach zu bedienende und kostenfreie Möglichkeiten offen, Dateien auf andere Handys oder zum PC zu transferieren. Nach Erfahrung von Vodafone werden Gewaltvideos aber überwiegend per Bluetooth ausgetauscht, da der drahtlose Nahfunk nicht nur kostenfrei sei, sondern auch die mit Abstand bequemste Möglichkeit biete, solche Inhalte auf den Schulhöfen schnell zu verbreiten, erläuterte die Vodafone-Sprecherin gegenüber heise online. Von der weiter bestehenden Möglichkeit, Dateien massenhaft per MMS zu verschicken oder mittels der GPRS- und EDGE-Funktionen vom Handy ins Internet – zum Beispiel auf einschlägige Hosting-Seiten für Bilder oder Videos – hochzuladen, dürften Schüler wegen der anfallenden Übertragungskosten eher verhalten Gebrauch machen. (ssu)