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Vodafone will Netzwartung auslagern

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Der Telekommunikationskonzern Vodafone will die Betreuung seiner Netze auslagern. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Rheinischen Post. Das Unternehmen plant demnach, seinen "Field Service" an einen Ausrüster wie Ericsson, Alcatel Lucent oder Nokia Siemens Networks auszulagern. Davon sind dem Bericht zufolge 630 Mitarbeiter betroffen, die dann zu dem Ausrüster wechseln sollen. Noch sei die Entscheidung für einen Partner nicht gefallen, sagte ein Sprecher gegenüber Dow Jones Newswire, angestrebt werde eine längerfristige Partnerschaft "von mindestens fünf Jahren".

Vodafone begründet den Schritt mit dem geplanten LTE-Ausbau, für den eine größere Flexibilität benötigt werde. Die Netzwartung solle an den Ausrüster gehen, der auch den LTE-Ausbau übernehme. Das Unternehmen will nach eigenem Bekunden vom künftigen Partner Sicherheiten für die Arbeitsplätze verlangen. Die Gewerkschaft Transnet hält die Maßnahme für ungerechtfertigt. Die "stark wechselnden Kapazitätsanforderungen" seien vorgeschoben, Vodafone habe offenbar dem Druck des englischen Mutterkonzerns nachgegeben, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Belastbare Unterlagen, die den Schritt rechtfertigen könnten, habe der Betriebsrat nicht vorgelegt bekommen.

Eine Entscheidung für einen Ausrüster sei bald zu erwarten, heißt es weiter. Nach Angaben von Transnet will Vodafone noch in dieser Woche vier Kandidaten auffordern, ein Angebot abzugeben. Bereits zum 1. Oktober sollen die betroffenen Mitarbeitern zum neuen Arbeitgeber wechseln. Zudem beklagt die Gewerkschaft, dass Vodafone 190 ehemalige Bahnbeamte loswerden wolle. Vodafone hat die Beamten mit der Festnetztochter Arcor übernommen. Mitte der 1990er Jahre war Arcor aus einem Joint Venture der Mannesmann AG und der Deutschen Bank hervorgegangen, das in den ausgegliederten Telekommunikationsbereich der Deutschen Bahn eingestiegen war. (vbr)