Vodafone will an ISDN bis 2022 festhalten

Vodafone will ISDN nicht nur für Bestandskunden länger als die Telekom betreiben, sondern sogar Neukunden aufnehmen. Damit dürfte die Firma Profit aus der Strategie der Telekom schlagen, die alle ihre Anschlüsse bis 2018 auf VoIP umstellen will.

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ISDN

(Bild: dpa, Roland Weihrauch/Archiv)

Von
  • Florian Klan

Der Düsseldorfer Netzbetreiber Vodafone will seinen Kunden leitungsvermittelnde Telefonie per ISDN noch bis zur ersten Hälfte des Jahres 2022 anbieten. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens können Bestandskunden einen bereits laufenden Vertrag mit ISDN bis dahin weiterverwenden. Das gilt auch für Anschlüsse, bei denen Vodafone Leitungen von der Telekom gemietet hat (Bitstrom-Zugang), beispielsweise ältere Arcor-Anschlüsse. Für Geschäftskunden, die zu Vodafone wechseln, plant der Provider sogar noch bis 2019 ISDN auf Wunsch neu anzuschalten.

Selbst Bestandskunden von Arcor dürfen ihre alten Splitter und Router bis 2022 weiterbenutzen. So kann selbst das Jahre alte Speed-Modem 200 weiterhin zum Einsatz kommen.

(Bild: Vodafone )

Die Telekom will hingegen bis 2018 alle ihre Anschlüsse auf die paketvermittelnde VoIP-Telefonie umstellen und zeigt sich beim Umsetzen des Plans nicht zimperlich; vereinzelt kam es sogar schon zu Vertragskündigungen. Um Firmen die Umstellung trotzdem schmackhaft zu machen, warb Telekom erst vor kurzem mit speziellen Tarifen, die unter anderem eine feste IP-Adresse enthalten.

Beide Provider richten sich mit ihrer Tarifpolitik verstärkt an Unternehmen, da der Umstieg bei diesen Infrastrukturen den größten Aufwand bereitet. Nach Angaben von Vodafone laufen noch zwei Drittel der Telefonanlagen in Unternehmen mit ISDN. Mit dem aktuellen Telefon-Kurs will Vodafone vor allem die Kunden ansprechen, denen der All-IP-Umsteig bei der Bonner Konkurrenz zu schnell kommt. (fkn)