Cebit

Vodafones Pläne für Navigation, Handy-TV und mobiles Internet

Vodafone stellte auf der CeBIT zahlreiche Neuerungen vor, darunter eine Telefonieflatrate, verbesserte Stauwarnung mit Mobilfunk-Hilfe, einen bildbasierten Suchdienst, Handys mit DVB-T-Empfänger und noch schnellere Datendienste.

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Friedrich Joussen, Chef von Vodafone Deutschland, will mit neuen Diensten, großflächiger Versorgung mit schnellem Internet auf dem Handy und vor allem besserem Service mit eigenen Worten seine Kunden zu Fans machen. Vodafone plant dazu ein neues Shopkonzept und will seinen Mitarbeitern in den Ladengeschäften und an der Hotline mehr Entscheidungsbefugnisse geben, um Kundenprobleme schneller lösen zu können.

Auf die Telefonieflatrate Max L von T-Mobile antwortet Vodafone mit dem gleichartigen Angebot SuperFlatXL für unbegrenztes Telefonieren in alle deutschen Netze zum selben Preis von 79,95 pro Monat. Mit subventioniertem Handy zahlt man 10 Euro mehr. Ein Nachteil ist die lange Vertragslaufzeit von 24 Monaten, die auch für die SIM-only-Variante gilt. Für monatlich 5 Euro gibt es ab April für HappyLive!-Kunden eine E-Mail-Flatrate für beliebig viele Push-Mails und Anhänge bis zu 50 MByte.

Ebenfalls ab April will Vodafone das netzgestützte Navigationssystem Vodafone Navigator anbieten – inklusive Flatrate für den Download der Karten. Für Deutschland, Österreich und Schweiz soll das Paket 5 Euro im Monat kosten, für Westeuropa 9,95 Euro. Die Roamingkosten sind inbegriffen. Zusammen mit TomTom plant Vodafone verbesserte Verkehrsinformationen für Navis: Der Dienst High Definition (HD) Traffic nutzt statistische Handover-Daten (dem Wechsel aktivierter Handys von einer Basisstation zur anderen), um den Verkehr zu überwachen und so Staus und auch deren Auflösung zu erkennen und an die Navigationssysteme von TomTom weiterzugeben. In der zweiten Jahreshälfte soll der Dienst verfügbar sein. Ein ähnliches System plant auch Mio.

Beim Streaming-Angebot MobileTV will der Netzbetreiber die Qualität mit höher aufgelösten Bildern (QVGA) und dem Video-Codec H.264 verbessern. Voraussetzung ist jedoch ein aktuelles UMTS-Handy oder -Smartphone mit QVGA-Display (320 × 240 Pixel), H.264-Codec und schnellem HSDPA-Datendienst. Über das mobile Handy-Fernsehen DVB-H verlor Joussen kaum ein Wort und präsentierte stattdessen zwei Mobiltelefone mit DVB-T-Empfänger. Damit lässt sich das in Deutschland bereits gut ausgebaute Überall-Fernsehen auch mit dem Handy empfangen – ohne Zusatzkosten. Das eine Modell GSmart T600 mit Windows-Mobile-Betriebssystem und VGA-Display stellte der Hersteller bereits auf der CeBIT 2007 vor, das zweite, aktuellere Modell HB620T stammt von LG und soll mit einem besonders stromsparenden Empfänger ausgestattet sein.

Während T-Mobile auf der CeBIT mit einer Präsentation des LTE-(Long Term Evolution)-Datendienstes, der mit größeren Bandbreiten und verbesserten Modulationsverfahren bis zu 170 MBit/s übertragen soll, einen Blick in die entferntere Zukunft wagt, zeigt Vodafone die nächste Ausbaustufe von HSPA (High Speed Packet Access): Evolved HSPA (E-HSPA) mit einer Empfangsrate von maximal 28,8 MBit/s und bis zu 2 MBit/s in Senderichtung. Zurzeit versorgt Vodafone nach eigenen Angaben 2250 Städte mit HSDPA (3,6 MBit/s) und will bis Herbst sein Netz auf 7,2 MBit/s aufgerüstet und mit HSUPA für die Senderichtung ausgestattet haben. Wann der Ausbau mit E-HSPA startet, gab Vodafone nicht bekannt, doch dürfte dies nicht vor 2009 geschehen. (rop)