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Volkswagen eröffnet Entwicklungszentrum in Lissabon

300 Entwickler sollen in der portugiesischen Hauptstadt Software für den Konzern entwickeln.

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Volkswagen eröffnet Entwicklungszentrum in Lissabon

VW-CIO Martin Hofmann, Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa, Stephan Fingerling (CIO MAN Truck & Bus) und Wirtschaftsminister Pedro Siza Vieira bei der Eröffnung des neuen VW-Entwicklungszentrums.

(Bild: heise online)

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Volkswagen hat im Rahmen des Web Summit in Anwesenheit von Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa und des Lissaboner Bürgermeisters Fernando Medina ein neues Software-Entwicklungszentrum in der portugiesischen Hauptstadt eröffnet. Dort sollen künftig 300 Programmierer Software für digitale Ökosysteme und interne Unternehmensprozesse des Konzerns entwickeln, zum Beispiel für die "We"-Mobilitätsdienste des Konzerns.

Das neue Entwicklungszentrum ist in zwei Gebäuden untergebracht, die miteinander verbunden sind und von Volkswagen komplett renoviert wurden. Der vordere Teil sitzt in einem alten Stadtpalast, der Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Auf rund 1500 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten bereits seit einigen Wochen rund 80 Entwickler an Projekten für den Konzern – welche das sind, wurde nicht verraten.

In dem alten Stadtpalast wird jetzt agil entwickelt.

(Bild: heise online)

"Ich kenne diesen Palast schon viele Jahre", sagte Rebelo. "Es ist schön zu sehen, dass dieser alte Palast nun eine Rolle für die Zukunft spielt. Portugal verändert sich, die junge Generation ist hochqualifiziert." Der Staatspräsident zeigte sich erfreut, dass Volkswagen in Portugal investiert. "Es ist schön, Sie hier zu haben", sagte Rebelo de Souza. "Ich glaube, das ist der Beginn einer langen Freundschaft."

"Für uns ist Portugal Heimat", sagte Volkswagen-CIO Martin Hofmann im Hinblick auf das langjährige Engagement des Konzerns. VW baut seit über 20 Jahren Fahrzeuge in einem Werk südlich von Lissabon. "Als ich vor zwei Jahren auf den Web Summit gekommen bin, habe ich mich in die Stadt verliebt", erklärte Hofmann die Entscheidung für den Standort. "Das zeigt, dass der Web Summit wertvoll ist", freute sich Bürgermeister Fernando Medina, für den die Eröffnung ein "sehr emotionaler Moment" war.

Die Eröffnung steht für einen radikalen Wechsel des Autoherstellers, der in der Vergangenheit Software fast ausschließlich zugekauft hat. "Für Volkswagen soll die Software-Entwicklung für neue digitale Dienste zur Kernkompetenz werden", sagt Hofmann. "Das dafür notwendige Know-how bauen wir dezentral auf."

Diese Entscheidung ist auch der Tatsache geschuldet, dass VW wie viele andere Konzerne in einem Wettstreit um die Entwickler steht. Volkswagen betreibt bereits an den Standorten Berlin, Dresden und Wolfsburg sowie in San Francisco und im indischen Poona Software-Entwicklung.

Volkswagen sieht seine Entwicklungszentren in der Tech-Szene als einzigartig. So habe man eine recht extreme Art des Extreme Programming kultiviert, erklärt Hofmann. Entwickelt wird ausschließlich in Zweier-Teams, von denen ein Mitarbeiter codet und der andere den entstehenden Code permanent reviewt und kritisch hinterfragt. Die Rolle des Programmierers und Reviewers werden nach ein paar Stunden gewechselt. Täglich werden die Zweier-Teams neu zusammengestellt.

Das Pairing soll für zuverlässigen Code sorgen – entscheidend für zentrale Infrastruktur-Aufgaben, erläutert Hofmann. Und indem immer neue Kollegen aus den Teams an unterschiedlichen Teilprojekten arbeiten, sei das Know-how in den Teams breiter verteilt. "Kopfmonopole und Heldentum" seien verpönt. Durch die Teamarbeit falle es auch nicht mehr groß ins Gewicht, wenn jemand mal in Urlaub fahre oder krank werde. Daher werde auch im sehr selektiven Rekrutierungsprozess großes Augenmerk auf Teamfähigkeit gelegt. Einzelkämpfer könne man nicht gebrauchen. (Jo Bager, Volker Briegleb) / (vbr)

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