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Volkswagen trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler

Stadler wird mit sofortiger Wirkung von all seinen Posten und Ämtern im Volkswagen-Konzern entbunden.

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Volkswagen trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler

Rupert Stadler

(Bild: dpa, Archiv)

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Rupert Stadler ist nicht mehr länger Chef des Autoherstellers Audi. Die Aufsichtsräte der Volkswagen AG und der Audi AG haben nach eigenen Anhaben mit Stadler eine "Vereinbarung zur Beendigung seiner Ämter als Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG und als Vorstandsvorsitzender der AUDI AG sowie seiner Dienstverträge zugestimmt", heißt es aus dem Konzern.

"Herr Stadler scheidet mit sofortiger Wirkung aus den Unternehmen aus und ist nicht mehr für den Volkswagen Konzern tätig", teilt Volkswagen mit. Zur Begründung schreibt das Unternehmen, Stadler sei wegen seiner andauernden Untersuchungshaft nicht in der Lage, seine Aufgaben als Mitglied des Vorstands zu erfüllen, er wolle sich stattdessen auf seine Verteidigung konzentrieren.

Rupert Stadler war seit 1990 für Audi tätig. Seit dem 1. Januar 2003 war er Mitglied, seit dem 1. Januar 2007 Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. Zum 1. Januar 2010 wurde er zusätzlich in den Vorstand der Volkswagen AG berufen.

Im Juni war Stadler wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Diesel-Abgasskandal verhaftet worden. Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn daraufhin von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seitdem leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Die Ermittlungsbehörden werfen dem Audi-Chef vor, nach Bekanntwerden der Abgasbetrügereien den Verkauf von Dieselautos mit falschen Abgaswerten zugelassen zu haben. Dabei habe er von den Manipulationen gewusst oder sie bewusst ignoriert. Stadler soll zudem bei einem abgehörten Telefonat erwogen haben, einen Zeugen im Ermittlungsverfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen Porsche zu beeinflussen.

Chronologie des Abgas-Skandals (59 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
)

(anw)