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Von Anti-3D, kinderfreiem Fliegen und einem Smartphone ohne Display

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Davon dürften Stalin & Co. geträumt haben: Eine Software, die unerwünschte Personen aus Fotos tilgt. Erfunden hat diese der US-Konzern Kodak, der mit seiner "Relationshipp App" ein weiteres Beweisstück ablieferte, den Weg in die digitale Welt gefunden zu haben. Nur leider, so mag sich manch Beziehungsopfer denken, existiert die Methode namens "Relationshift" nur in der Fantasie der Aprilscherzler.

(Bild: Kodak)

So wie Kodak nutzen diesen Tag auch andere Unternehmen, sich in Erinnerung zu rufen – oder überhaupt erst in das Bewusstein der Netzgemeinde zu rücken. So wie die Modesuchmaschine stylight.de, die ebenfalls das Themenfeld verflossene Liebe aufgreift und eine Suchmaschine anpreist (PDF-Datei), mit der Männer eine Frau finden können sollen, die aussieht wie die Ex. Für die Zeit bis sie – vielleicht auch bei Google – fündig werden, könnten sie kinderfrei in den Urlaub fliegen oder eine autoerotische Anregung des New Scientist aufgreifen, ihre unruhigen Beine zu beruhigen.

William Arthur Philip Louis Mountbatten-Windsor, besser bekannt als ältester Sohn der verstorbenen Prinzessin Diana, Enkel Elizabeth II., wird hingegen demnächst zunächst erst einmal heiraten. Darüber will – so wird manch antimonarchischer Brite staunen – ausgerechnet der dezidiert republikanische Guardian in einem der zurzeit grassierenden Liveticker berichten.

Als ebenfalls nicht königstreu war bisher die Piratenpartei bekannt. Ihr bayerischer Landesverband folgt lieber einer anderen Tradition des eigenwilligen Freistaats, spaltet sich vom Rest der Partei und umbenennt sich in CPU. So können sich die krachledernen Piraten, äh CPUler, auch besser absetzen von den Namensvettern der Torrent-Tracking-Plattform The Pirate Bay, zumal diese nun eBay.com in einer eBay-Auktion ersteigerte. Das wird ähnlich kostspielig gewesen sein wie die Übernahme von Google durch einen seiner Aufseher.

Der Internetdienstleister selbst hat derweil eine neue Methode entwickelt, per Ganzkörperbewegungen mit dem Computer zu interagieren. Das könnte nicht nur die Krankenkassen begeistern, die Bewegungen sind auch möglicherweise in den Augen des Ministry of Silly Walks bezuschussungswürdig; falls sich Google bis dahin nicht selbst auseinandernimmt, auch durch Implementierung der hässlichsten Schrift der Welt. Nun hat das Webspam-Team des Konzerns gemäß neuer Regularien den Dienst Google Places als "Spam" und "Content Farm" klassifiziert und vom Netz genommen.

(Bild: ZDnet.com.au)

Von Selbstzerfleischung ist man in Redmond noch weit entfernt. Dort wurde lieber ein neuartiger Tablet PC mit – ganz im Gegensatz zur kanadischen Konkurrenz – riesigem Display entwickelt, der schon im dritten Quartal auf den Markt kommen soll. Vielleicht rüstet der Konzern bald schon Mitarbeiter des Auswärtigen Amts aus. Nur leider wird sich Microsoft wohl wie schon bei früheren Gelegenheiten mit Vorwürfen auseinandersetzen müssen, lediglich eine bereits existierende Idee abgekupfert zu haben.

Filmeschauen könnte auf einem so großen Tablet-Display zu einem Erlebnis werden (erst recht mit unendlicher Bandbreite), das aber wohl keinem Vergleich mit einem Kinobesuch standhält. Im Kino aber werden zunehmend Filme in 3D angeboten, was nicht jedermagens Sache ist. Daher gibt es nun für alle, die dennoch nicht darauf verzichten wollen, mit ihren 3D-begeisterten Freunden ins Filmtheater zu gehen, eine "Anti-3D-Brille. Wer vor Filmbeginn bereits von Werbung erschlagen wurde, kann nach dem Kinobesuch einfach die Brille wechseln. Mit der Augmented-Reality-Technik sorgt das Nasengestell AdBlock Freedom dafür, dass die reale Welt von lästigen Reklametafeln befreit wird.

(Bild: chromeadblock.com)

Apropos Werbeflächen: Ob Dieter Bohlen Nachfolger des bisherigen Moderators Thomas Gottschalk wird oder – der echte? – Guttenberg oder ob die Show "Wetten dass" gleich komplett an RTL verkloppt wird – einerlei. Die Tagesschau will neue Sprecher lieber per Castingshow aussuchen lassen, während sich die Berliner FDP Aufwind davon verspricht, den ehemaligen SPD-Senator Thilo Sarrazin als Spitzenkandidaten für die Wahl im September zu nominieren.

Vielleicht haben die Liberalen damit endlich den angeblich dringend gesuchten Königsmörder gefunden, während dank Wikileaks die alten Römer anscheinend nach einem Ersatz für Brutus suchen müssen. Cäsars Nachkommen wollen erst noch Sammelklage gegen den mutmaßlichen echten Mörder einreichen, während der HSV in seinem Bestreben, die schmachvolle Niederlage im Lokalderby gegen den FC St. Pauli aus der Welt zu schaffen, bereits erfolgreich war. (anw)

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