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Vor 30 Jahren: Ein Elektromobil vom Computer-Pionier

Am 10. Januar 1985 stellte der Mikrocomputerpionier Sir Clive Sinclair sein Elektromobil C5 vor. Es scheint heutige Elektro-Fahrzeuge vorweg zu nehmen, jedoch war ihm nur eine kurze Karriere beschieden.

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Sinclair C5 in Fahrt

(Bild: aladds/Flickr/CC BY-SA 2.0 )

Heute vor dreißig Jahren präsentierte ein durch Computer reich gewordener Unternehmer sein Elektromobil: der 1983 geadelte Brite Sir Clive Sinclair. Die von seiner Firma Sinclair Research verkauften Rechner zählten zu den großen Erfolgen der frühen Mikrocomputerzeit: Der Absatz des Sinclair ZX81 mit seiner markanten Folientastatur wurde erst durch den Commodore C64 übertroffen.

Sinclair interessierte sich schon länger für Elektrofahrzeuge und stellte mit seinem Kollegen Chris Curry in den frühen 1970er Jahren erste Designstudien an. Als er genug Geld beisammen hatte, gründete er 1983 die Sinclair Vehicles Ltd., um seinen Traumwagen auf den Markt zu bringen. Geschäftsführer war Barrie Wills, ein Ex-Manager der Autofirma DeLorean, und gefertigt wurde in einer Waschmaschinenfabrik des Hoover-Konzerns im südlichen Wales.

Was am Ende des Fließbands herauskam, war der Sinclair C5, ein weitgehend aus Kunststoff bestehendes und oben offenes Dreirad mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der waschmaschinenerprobte Elektromotor unter dem Sitz leistete 250 Watt; für Steigungen und Zeiten mit leerer Batterie – die Reichweite betrug maximal 32 Kilometer – standen Pedale zur Verfügung. Der C5 kostete 399 Pfund, wobei es Blinker, Hupe und Rückspiegel aber nur gegen Aufpreis gab.

Der Welt vorgestellt wurde der Sinclair C5 im winterlichen London. Zwar fielen in Schnee und Eis einige der gezeigten Modelle nach kurzer Fahrt aus, doch sendete die BBC einen (für britische Verhältnisse) enthusiastischen Bericht. Andere Experten wie der Formel-1-Fahrer Stirling Moss sahen das Elektromobil wesentlich kritischer und bemängelten vor allem die Sicherheit, wie ein zeitgenössischer BBC-Bericht belegt. Jeder, der 14 Jahre oder älter war, durfte einen C5 fahren – ohne Führerschein natürlich.

Diese Debatten sowie ungezählte technische Probleme, die beim praktischen Einsatz des Dreirads auftraten, ließen den Absatz einbrechen, und von 14.000 produzierten C5s gelangten gerade 5000 an zahlende Kunden. Im August 1985 stoppte die Fertigung für immer. Heute ist das Fahrzeug Teil der britischen Verkehrsgeschichte und zugleich Objekt heißer Verehrung durch spezielle Fanclubs wie die C5 Owners.

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(je)