Menü

Vor 40 Jahren: Mit dem 8008 kamen die Mikros

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 165 Beiträge
Update
Von

Am 1. April 1972 stellte die junge Firma Intel ihren zweiten Mikroprozessor vor. Nur fünf Monate nach dem 4004 entwickelt, war dieser Chip mit 3300 Transistoren ursprünglich eine Auftragsentwicklung für die Firma Datapoint, die einen Controller für ein Computerterminal suchte. Intel verlor den Auftrag und stellte den 8008 auf dem freien Markt vor. So fand er seinen Weg in den Micral-N, den ersten Komplettrechner mit Mikroprozessor und in den SCELBI-Bausatz. Für den 8008 schrieb Gary Kildall das Betriebssystem "Control Program for Microprocessors", später CP/M abgekürzt.

Der von 1972 bis 1983 produzierte 8008 wurde von Ted Hoff, Stan Mazor, Hal Feeney und Federico Faggin entwickelt und hieß zunächst 1201. Wie sich die Entwickler später im Interview (PDF) erinnerten, wurde der Mikroprozessor für ein Datapoint-Terminal konstruiert, das bereits recht nah mit den späteren Mikrocomputern verwandt war.

Der 8008 war der erste von Neumann-Rechner Intels und wurde unter dem Namen MCS-8 an die japanische Seiko Corporation verkauft, die einen Prozessor für Tischrechner suchte. In der Geschichte des Personalcomputers gilt er als direkter Vorläufer des 8080, der sämtliche Befehle des 8008 übernahm. Damit ist der Mikroprozessor der Urahn der erfolgreichen X86-Architektur.

[Update]:
Nach Darstellung des Dr. Dobb's Journal entwickelte Gary Kildall als Consultant für Intel Software für den 4004-Mikroprozessor, den 8008 und den 8080. Intel schenkte ihm das Entwicklungssystem Intellec-8, dass Kildall in der Seefahrtsschule installierte, in der er unterrichtete. Hier implementierte er PL/1 als PL/M auf dem 8008er. Danach begann er mit der Entwicklung von CP/M für den 8080. Kildall versuchte schließlich, CP/M für 20.000 US-Dollar an Intel zu verkaufen, doch Intel kaufte stattdessen PL/M. Große Teile des Betriebssystems CP/M wurden in PL/M geschrieben. (ck)