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Vor 40 Jahren: ein Memo mit (Ethernet-) Folgen

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Nicht nur das Internet hat viele Geburtstage, auch seine Komponenten können auf zahlreiche Anlässe zurückgreifen: Vor 40 Jahren verfasste der Werkstudent Robert Metcalfe am Xerox Research Center (PARC) im kalifornischen Palo Alto ein Memorandum, das nunmehr als Geburtsstunde des Ethernets auf dem
Ethernet Innovation Summit gefeiert wurde.

Den ersten Entwurf fürs Ethernet zeichnete Bob Metcalfe anno 1973 angeblich auf eine Serviette.

(Bild: IEEE )

In seinem Memorandum vom 22. Mai 1973 beschrieb Metcalfe, wie man nach den Prinzipien des Wide Area Network Alohanet ein lokales Netzwerk entwickeln kann, das die unterschiedlichsten Rechner des Forschungszentrums miteinander verbindet. Später benannte Metcalfe seinen Vorschlag "Ethernet" nach dem hypothetischen Äther, der in den Anfängen der Physik die Ausbreitung des Lichtes erklären sollte. Als Stoff, der bis zu 256 Rechner am PARC verbinden sollte, machte der Begriff schnell Karriere, in erbitterter Konkurrenz zu dem von IBM propagierten Token-Ring-Netzwerk. Die Kämpfe um die Grundlagen des "richtigen" Netzwerkes wurden in den Gremien der IEEE ausgefochten, als man sich 1980 daran machte, die Netzstandards zu definieren. Zum Geburtstag freut sich die IEEE über den erfolgreichen Standard, der mit 1,2 Milliarden ausgelieferter Netzwerk-Ports allein im Jahr 2012 den Kommunikationsäther der Neuzeit bestimmt.

Ethernet gewann rasch an Bedeutung, weil sich der Standard auf die beiden unteren Schichten nach dem OSI-Modell konzentrierte. Dies gestattete es Firmen, in den höheren Schichten ihre eigenen Vorstellungen vom richtigen Vernetzen zu installieren. So entwickelte Digital Equipment sein Omnibus-Netzwerk, das über 10.000 Rechner miteinander verband. Metcalfe selbst erkannte bei der Entwicklung des Ethernet und den Auseinandersetzungen in der IEEE die Rolle, die Ethernet-Adapter für unterschiedliche Kleincomputer spielen können und gründete die Firma 3Com. Die Teilnehmer in der Reddit-Fragestunde zum Geburtstag begrüßte Metcalfe mit dem Hinweis, dass sie wahrscheinlich dank seiner Erfindung zugeschaltet sind. Auf die Frage, wie man denn per Ethernet Daten in die Zukunft schicken könne, antwortete Metcalfe: "Lasst die Daten offen herumliegen und sie werden automatisch in der Zukunft auftauchen." (ea)