Menü

Vor 50 Jahren: IBM stellt erste Festplatte vor

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 352 Beiträge

Am 13. September 1956 stellte IBM mit der "Plattenspeichereinheit 350" die erste magnetische Festplatte im heutigen Sinne vor. Der Schrank, der die Welt veränderte (so IBM) wurde mit dem letzten Röhrenrechner des Herstellers, der 305 RAMAC ausgeliefert. RAMAC steht dabei für "Random Access Method of Accounting and Control" und bezeichnete den Echtzeitzugriff auf die Datenbestände des Systems, der mit der Festplatte möglich wurde.

Die kleiderschrankgroße Festplatte wog eine Tonne und konnte 5 MByte Daten speichern. 50 magnetbeschichtete Eisenplatten von 60 Zentimeter Durchmesser (24 Zoll) rotierten mit 1200 Umdrehungen pro Minute und machten zusammen mit den Kompressoren für die Lese/Schreibköpfe einen derartigen Lärm, dass die RAMAC-Operatoren nur mit Ohrenschutz arbeiteten. Die Festplatte kostete 10.000 DM pro Monat, denn das kostbare Stück wurde von IBM bis zum Auslaufen der Produktion im Jahre 1961 nur vermietet.

Die Idee zu einem schnellen Speicher, bei dem die Daten nicht mehr sequentiell wie bei einem Bandlaufwerk eingelesen werden mussten, hatten IBM-Ingenieure schon Anfang der 50er Jahre. Es gelang ihnen aber nicht, die Eisenplatten wirklich plan zu drehen. Im deutschen IBM Labor in Schönaich gelang es schließlich, die Platten mit der nötigen Präzision herzustellen, indem man aus Staubsaugerteilen eine Vakuum-Drehvorrichtung baute.

Von der Plattenspeichereinheit 350 wurden nach Angaben von IBM etwa 3000 Exemplare gebaut, wobei man nach und nach die Probleme mit der Lautstärke und dem Stromverbrauch in den Griff bekam. Der schnelle Datenschrank brauchte immerhin 12 kW. Während der Geburtstag der Festplatte genau bestimmt werden kann, ist das erste Ableben nicht überliefert: IBM macht keine Angaben zum ersten Festplattencrash. (Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (vbr)

Anzeige
Anzeige