Vor 55 Jahren: Erster US-Amerikaner erreicht den Weltraum

Am 5. Mai 1961 erreichte mit Alan Shepard zum ersten Mal ein US-Amerikaner den Weltraum. Anders als Juri Gagarin umkreiste er aber nicht die Erde, sondern deutlich weniger. Trotzdem war auch sein Flug historisch.

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Vor 55 Jahren: Erster US-Amerikaner erreicht den Weltraum

Shepard in einem Simulator während des Trainings für seinen Raumflug

(Bild: NASA)

Von
  • Martin Holland

Vor genau 55 Jahren erreichte mit Alan Shepard der erste US-Amerikaner den Weltraum. Wenige Tage nach dem Flug von Juri Gagarin war die Mission Mercury 7 aber weniger ambitoniert und verdeutlichte den damaligen Vorsprung der Sowjetunion beim Rennen ins All. So hatte Juri Gagarin am 12. April 1961 in 108 Minuten einmal die Erde umrundet in einer Höhe von bis zu 300 Kilometern. Shepard dagegen legte auf seinem ballistischen Flug knapp 490 Kilometer zurück und erreichte eine Höhe von 187,5 Kilometern, überflog die Grenze zum Weltraum damit aber auch deutlich.

Alan Shepard in seinem Raumanzug

(Bild: NASA)

Shepard war 1959 unter jenen 110 Testpiloten gewesen, die von der noch jungen US-Weltraumagentur NASA eingeladen worden waren, sich für das Raumfahrtprogramm zu bewerben. Da seine Einladung verloren gegangen war, dachte er erst enttäuscht, er sei nicht eingeladen. Danach setzte er sich jedoch schnell durch und gehörte schließlich zu den sieben Männern, die für das Mercury-Projekt ausgewählt wurden. Nach ausgiebigem Training und vielen Tests erfuhr Shepard dann am 21. Februar 1961, dass er in der ersten Kapsel sitzen sollte, die den Weltraum erreichen würde. Doch ihm kam trotzdem noch jemand zuvor: Am 12. April 1961 erreichte Juri Gagarin als erster Mensch den Weltraum.

Shepard sollte eigentlich am 2. Mai starten, aber wegen schlechten Wetters wurde der Start abgesagt und auf den 5. Mai verschoben. Vom Gelände in Cape Canaveral startete er dann in seiner Mercury-Kapsel, die auf einer Redstone-Rakete befestigt war – also jener Rakete, die unter Leitung Wernher von Brauns entwickelt wurde und als Nachfolgerin der deutschen V2 gelten kann. In die Höhe katapultiert von dieser Rakete war Shepard insgesamt mehr als 15 Minuten unterwegs und wurde zwischenzeitlich mit mehr als 11 G in seinen Sitz gedrückt. Seine Kapsel – die Mercury 7 – hatte er vorher auf Freedom 7 getauft. Sie hatte den Flug so gut überstanden, dass die Ingenieure meinten, sie würde auch einen weiteren schaffen.

Das Logo der Mission

(Bild: NASA)

Für die USA war der Flug historisch und auch wenn sie bei diesem Schritt zur Erkundung des Weltraums von der Sowjetunion geschlagen worden waren, schrieb doch auch Shepard Geschichte. Wie die NASA erklärt, war Juri Gagarin an Bord von Wostok 1 lediglich Passagier, während Shepard während seines Flugs kleine Manöver ausprobierte. Außerdem war der Flug der Freedom 7 anders als Gagarins Premiere keine geheime Angelegenheit. Er wurde live im Fernsehen übertragen und von Millionen Menschen verfolgt – angesichts der großen Gefahren sicher nicht ohne Risiko für das Raumfahrtprogramm. Selbst US-Präsident John F. Kennedy sah den Flug.

Alan Shepard – Erster US-Amerikaner im All (14 Bilder)

Zeitgenössische Darstellung des Weltraumflugs
(Bild: NASA)

Shepard selbst sollte 1963 noch einmal in einer Mercury-Kapsel ins All fliegen, das wurde aber zugunsten des anstehenden Gemini-Programms abgesagt. Daran sollte Shepard wieder teilnehmen, musste aber krankheitsbedingt aussortiert werden. Erst 1969 konnte er durch eine Operation wieder volle Flugtüchtigkeit erlangen und wurde zum Teil der Crew von Apollo 14. Auf seinem zweiten und letzten Flug ins All erreichte er gemeinsam mit Edgar Mitchell im Januar 1971 die Mondoberfläche, wo er unter anderem seine wohl weitesten Golfschläge ausführte. Danach arbeitete er noch für die NASA, die US-Regierung und sein eigenes Unternehmen. Am 21. Juni 1998 starb Alan Shepard nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren. (mho)