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Vorversion von MacOS X für Entwickler

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Auf ihrer Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC präsentierten Apples Software-Chef Avie Tevanian und "iCEO" Steve Jobs die Client-Version des kommenden Betriebssystems MacOS X zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit.

Wo der Vorgänger OpenStep noch mit Display-PostScript-Routinen zur Ansteuerung von Bildschirm und Drucker ausgestattet war, soll MacOS X mit der Zeit gehen -- seine "Quartz"-Bibliothek basiert auf Adobes Acrobat/PDF. Ohne "Quartz" und einige weitere moderne Features wie etwa Speicherschutz oder präemptives Multitasking muß die Komponente "MacOS Classic Environment" auskommen, wie die bisherige Blue Box nunmehr heißt -- sie soll Kompatibilität zu alten Programmen gewährleisten. Auch die Yellow Box wurde umbenannt; sie trägt jetzt den Namen "Cocoa" (nicht zu verwechseln mit dem Multimedia-Autorensystem für Kinder, das Apple längst wieder eingestellt hat). Auf Cocoa basiert auch ein EMail-Client, den Apple mit dem Betriebssystem ausliefern will. Der neue Finder hingegen entsteht freilich auf Basis von Carbon, der MacOS-API, die um 2000 veraltete Funktionen erleichtert und um einige neue ergänzt wurde (c't berichtete). Apple hat alle Software-Entwickler dazu aufgefordert, ihre Programme an Carbon anzupassen.

Registrierte Entwickler können die CD mit der "Developer Preview 1" gleich von der Konferenz mit nach Hause nehmen; eine zweite Vorabfassung soll im Herbst erscheinen. Die endgültige Fassung ist für Anfang 2000 angekündigt.

Zuvor soll es im Herbst eine neue Version des herkömmlichen MacOS geben, die derzeit unter dem Codenamen "Sonata" entwickelt wird. Highlights sind ein Multi-User-Mechanismus sowie das verbesserte Suchprogramm Sherlock II. Darüber hinaus besitzt Sonata, das vermutlich einmal MacOS 8.7 oder 9.0 heißen wird, ebenfalls die Carbon-Bibliotheken. Damit will Apple den Software-Herstellern den Umstieg auf MacOS X erleichtern. (se)

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