Vorwürfe dubioser Geschäfte gegen Opera: Unternehmen widerspricht

Opera soll gegen die Regeln des Play Stores verstoßen und dubiose Geldgeschäfte abgewickelt haben. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 20 Beiträge

(Bild: Screenshot Opera)

Von

Das hinter dem Browser Opera stehende Unternehmen soll gegen die Regeln des Google Play Stores verstoßen haben. Laut einem Bericht hätten Apps für Mikrokredite in Entwicklungsländern nicht angeboten werden dürfen. Sie sollen mit absurd hohen Zinsen verknüpft gewesen sein. Zudem soll der Opera-CEO 40 Millionen US-Dollar aus dem Unternehmen in andere Firmen umgeleitet haben.

Die Vorwürfe stammen von Hindenburg Research, einem Analyseunternehmen, das sich mit Investitionen und Finanzen befasst. Opera widerspricht vehement: "Das Unternehmen ist sich sicher, dass der Bericht zahlreiche Fehler, unbegründete Vorwürfe sowie irreführende Schlussfolgerungen und Interpretationen in Bezug auf das Geschäft und die Geschehnisse beinhalte." Außerdem beteuert Opera in dem Statement, dem Unternehmen gehe es, anders als in dem Bericht erläutert, finanziell gut, und man sei weiterhin allen Grundsätzen der Unternehmensführung verpflichtet. Aktuell nutzten jeden Monat mehr als 350 Millionen Menschen den Browser. Neben der Mitteilung verweist Opera auf die Veröffentlichungen zu den eigenen Finanzen.

Hindenburg Research behauptet jedoch, Opera betreibe gleich mehrere zweifelhafte Kredit-Apps, namentlich unter anderem OKash und OPay. Sie bieten Menschen aus Ländern wie Nigeria, Kenia und Indien Kredite mit sehr kurzen Laufzeiten bei sehr hohen Zinsen. Im Play Store sind nur Kreditlaufzeiten von mindestens 60 Tagen erlaubt – Google hat erst im August die Regeln dazu verschärft. Der Zeitrahmen für die Kreditlaufzeiten der Apps soll deutlich darunter gelegen haben. Die Angaben über die Kreditbedingungen sollen außerdem im Store anders angekündigt worden sein, als in darauf folgenden Mails. So sollen Zinsraten in Höhe von wenigen Prozent auf das Vielfache angestiegen sein.

Noch dramatischer klingt der Vorwurf, der Anbieter habe den Zugriff auf die Telefon-Kontakte erzwungen und im Fall von ausbleibenden Rückzahlungen hätten Freunde und Familie Textnachrichten erhalten, in denen es hieß, sie sollten Druck auf den Kreditnehmer ausüben.

Auch Yahiu Zhou als Opera-CEO des chinesischen Konsortiums Golden Brick Silk Road Equity Investment Fund II, die den Browser Opera 2016 gekauft haben, steht am Pranger. Gelder, die mit Opera, beziehungsweise den angeschlossenen "Fintechs", wie Hindenburg Research sie nennt, verdient wurden, sollen in andere Firmen geflossen sein, die ebenfalls dem CEO unterstehen – insgesamt rund 40 Millionen US-Dollar.

Ursprünglich stammt Opera von einem norwegischen Softwarehersteller. Nach dem Verkauf folgte 2018 der Börsengang als Opera Limited. Die Investoren zeigten sich bisher äußerst unauffällig. Opera bezeichnet das Analyseunternehmen in der Stellungnahme als "short seller" – diese sind auf fallende Kurse börsennotierter Unternehmen spezialisiert. Es gibt auch eine Anlegerwarnung einer auf Sicherheitsthemen spezialisierten Anwaltskanzlei, die den Fall – nach eigenen Angaben – untersucht. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe ist der Kurs der Opera-Aktien abgerutscht. (emw)