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W3C sieht Gefahr für Internet-Standards

Die erfolgreiche Schadenersatzklage der Softwarefirma Eolas gegen den Branchenriesen Microsoft wegen Patent-Verletzung könnte nachhaltige Folgen haben. Das World Wide Web Consortium (W3C), das auch Standards beispielsweise für Webseiten festlegt, ist von dem Urteil offenbar aufgeschreckt worden. Die Organisation hielt nur eine Woche nach der Entscheidung ein Treffen in San Francisco ab und versuchte dort, die Lage einzuschätzen; man befürchtet, dass das Urteil auch Auswirkungen auf W3C-Standards haben könnte. Die W3C rief am gestrigen Mittwoch auch eine öffentliche Diskussionsliste für die Web-Community ins Leben.

Microsoft wird zwar nach eigenem Bekunden alles daransetzen, das Urteil zu kippen, dennoch macht man sich beim W3C schon Gedanken über die Gestalt von Internet-Seiten, falls die richterliche Entscheidung Bestand haben sollte. Microsoft hat laut W3C bereits angekündigt, sehr bald Änderungen im Internet Explorer vornehmen zu wollen. Eine Veränderung oder gar Reduktion des Funktionsumfangs im Internet Explorer könnte sehr viele Webseiten betreffen.

Das 1994 in den USA eingereichte Patent mit der Nummer 5,838,906 hat es in sich: Es erstreckt sich auf Verfahren zum Einbetten von Objekten in verteilten Dokumenten, sofern sich zumindest ein Teil der Objekte außerhalb des Dokuments befindet und der Verweis Informationen über die Art der im jeweiligen Objekt enthaltenen Informationen aufweist. Damit würden praktisch alle Plugins gegen den Schutzanspruch des Patentes verstoßen. Der Patentinhaber kann in einem solchen Fall die kommerzielle Verwendung verbieten oder seine Zustimmung zu einer Verwendung an Bedingungen knüpfen, sofern das Patent nicht erfolgreich angefochten werden kann. (uma)

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