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WAP-Handy als Fremdenführer

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Als erster deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber bietet Mannesmann Mobilfunk in seinem D2-Netz standortbezogene Info-Dienste an (sogenannte Location Based Services). Die Dienste sollen WAP-Handy-Nutzern im D2-Netz etwa auf Anfrage melden können, ob sich nach der nächsten Autobahnauffahrt ein Mega-Stau formiert hat, oder wo das nächstgelegene günstige Hotelzimmer mit Frühstücksbüfet und Whirlpool zu finden ist.

Derzeit handelt es sich noch um einen Pilotbetrieb. Die Angebote sollen bei der Zielführung aber bereits persönliche Vorlieben von D2-Kunden mit ihrem augenblicklichen Aufenthaltsort verknüpfen können. WAP-fähige Mobiltelefone kann man in der Pilotphase bereits als mobile Verkehrslotsen, lokale Einkaufsführer oder Hotelführer nutzen. Suchsysteme für Tankstellen sind ebenso denkbar wie für das nächstgelegene Restaurant, den Bankautomaten, die Apotheke oder das Programmkino. Zu finden sind die standortbezogenen Dienste auf dem D2-WAP-Portal in der Rubrik "Unterwegs".

Bei allen Angeboten muss der Nutzer die Positionsbestimmung selbst aktiv auslösen. Der Aufenthaltsort wird dann ohne Angabe der Rufnummer des Teilnehmers mit dem gewünschten Inhalt verknüpft. So will der Netzbetreiber die Anonymität des Kunden gewährleisten.

Mit den Location Based Services (LBS) lassen sich "intelligentere" und komfortablere WAP-Dienste entwickeln. Ein WAP-Kunde, der zum Beispiel in München ein günstiges Hotel sucht, musste bislang über die Handy-Tastatur zunächst den Städtenamen eintippen, um die gewünschte Information zu bekommen – eine mühsame und zeitaufwendige Prozedur. Mit LBS profitiert man davon, dass ein übliches WAP-Handy den aktuellen Aufenthaltsort des Kunden kennt – man bekommt daher die standortbezogen Informationen auf Tastendruck.

Die Ermittlung des Aufenthaltsort gelingt prinzipiell deshalb, weil ein Handy nicht nur Funksignale empfängt, sondern auch sendet. Die Lokalisierung eines Handys erfolgt über die so genannte gesprächsführende Mobilfunkzelle; eine Technik, die die Mannesmänner bereits bei den Tarifoptionen D2-BestServices nutzen. Damit lässt sich die Position eines Nutzers in City-Lagen bis auf wenige Hundert Meter genau bestimmen.

Jedoch streut das Verfahren um so mehr, je größer die Funkzellen sind. Entsprechend ist die Präzision in ländlichen Gebieten wegen der dort größeren Funkzellen niedriger. Über eine verbesserte Lokalisierungstechnik, bei der Laufzeitunterschiede der Signale zwischen Handy und unterschiedlichen Basisstationen zur Bestimmung herangezogen werden, lässt sich die Genauigkeit künftig erhöhen. Auch eine Kombination mit Empfängern für das globale Satelliten-Ortungssystem GPS (Global Positioning System) ist möglich. Allerdings dürfte diese Variante nicht nur teurere WAP-Handys nach sich ziehen, sondern bei den Geräten wegen höheren Stromverbrauchs bessere Akkus erfordern. (dz)