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WIPO warnt vor Problemen mit neuen Top Level Domains

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Die geplante Einführung neuer Top Level Domain (TLD), darunter auch nicht-englische Adresszonen, wird von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO) mit Argusaugen verfolgt. Markeninhaber seien durch die Erweiterung des Namensraums vor zusätzliche Probleme gestellt, heißt es in einem zur laufenden Generalversammlung der WIPO vorgelegten Bericht. Die WIPO versuche, auf die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) so einzuwirken, dass bei den geplanten Zulassungsverfahren für neue TLDs der Schutz geistiger Eigentumsrechte gewährleistet sei, schreiben die Domain-Experten der WIPO.

Seit 1999 hat das WIPO Arbitration and Mediation Center insgesamt 13.500 Schiedsverfahren zu umstrittenen Second Level Domains abgewickelt. Die Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy genannten Verfahren sollen Markeninhabern eine günstige und rasche Möglichkeit bieten, "ihre" Domains von potenziellen Cybersquattern zurückzuerobern. 2007 registrierte das Center eine Zunahme der Schiedsverfahren um 18 Prozent gegenüber 2006.

Ausgeweitet hat das Center seine Tätigkeit auch bei der Schlichtung von Domainstreitigkeiten im Bereich nationaler Länderdomains. Nach aktuellem Stand nehmen 54 Länderdomain-Verwaltungen WIPO-Schlichterdienste in Anspruch. Neue TLDs wie .mobi oder .asia richten sich an die WIPO, um möglichst wasserfeste Sunrise-Verfahren für den Start ihrer Domainvergabe zu bekommen. Die Sunrise-Verfahren erlauben Markeninhabern, "ihre Marken" schon vor dem Start neuer TLDs zu registrieren.

Mit der massenhaften Einführung neuer Top Level Domains wird der Streit nun von der Ebene der Second Level Domains auf die oberste Ebene gehoben, statt um germany.com wird also um .germany, statt um cola.com um .cola gestritten. An einem Einspruchsverfahren für die Inhaber von Markenrechten und anderen Namensrechten arbeitet derzeit die ICANN. (Monika Ermert) / (anw)