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WLAN-Kehrtwende: Doch Wifi-Siegel für schnelle Funknetze

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Kurz nachdem Airgo Networks die ersten Vorläuferbausteine für die nächste WLAN-Generation vorstellte, kündigte der Hersteller Belkin auch schon WLAN-Router an, in denen die Chips mittels schlauer Antennen den Funkdurchsatz hochtreiben. Im Frühjahr 2006 drängten weitere Produzenten mit proprietären Lösungen auf den Markt, beispielsweise in Routern oder Notebooks. Um diese Zeit hat sich die Bezeichnung "Draft N" für die Vorläufergeneration eingebürgert. Draft bezieht sich auf den Entwurf der IEEE-Arbeitsgruppe TGn, die den nächstschnelleren WLAN-Standard 802.11n ausarbeitet. Eine chipsatzbasierte Auswahl hat die c't-Redaktion in der aktuellen Ausgabe 18/06 auch auf Kompatibilität getestet. Dabei stellte sich heraus, dass WLAN-Geräte mit unterschiedlichen Chipsätzen zurzeit tatsächlich nur mangelhaft kooperieren.

Schon beim Erscheinen der ersten Prä-11n-Produkte verkündete die Wi-fi Alliance (WFA), ein Interessenverband der WLAN-Produzenten, dass man keinesfalls Vorläuferprodukte testen und mit dem verkaufsfördernden Wifi-Siegel versehen werde, das Standardkonformität und herstellerübergreifende Funktion bescheinigt. Allerdings stieg mit wachsendem Angebot auch der Druck aus dem Markt, sodass einzelne Chiphersteller schon mit eigenen Verträglichkeitstests begannen. Außerdem wird die Ratifizierung des IEEE-Standards wohl noch bis 2008 auf sich warten lassen.

Das setzt anscheinend die WFA unter Zugzwang: Der Verband will ab März 2007 nun doch Prä-Standard-Geräte auf grundlegende Konformität prüfen und ein vorläufiges Siegel vergeben, das auf den Entwurfsstatus hinweist. Als Basis soll die für nächsten März erwartete 802.11n-Entwurfsversion 2 dienen. Nach Ratifizierung des endgültigen Standards will man das Prüfprogramm anpassen. Für Käufer bedeutet das zumindest etwas Investitionssicherheit, allerdings noch keine Garantie, dass die nach Entwurf 2 zertifizierten Produkte sich später allein durch ein Firmware-Update auf den Endstand heben lassen. (ea)