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WLAN-Surfer bei mutmaßlicher Datenausspähung gestellt

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Zwei junge Computer-Freaks sollen in Neubrandenburg Internet-Nutzer per Richtfunk ausgespäht haben. Polizisten stellten die Männer am Samstag in einem Auto in der Innenstadt und beschlagnahmten Richtfunkantenne und Laptop. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag waren die Männer durch die Straßen gefahren, um sich mit ihrer Ausrüstung Zugang zu Datennetzen zu verschaffen. Dem Duo werde Datenausspähung vorgeworfen.

Die im Fachjargon als Wardriver bezeichneten WLAN-Gänger dürften mit der auffälligen Richtantenne die Aufmerksamkeit der Polizisten auf sich gezogen haben. Weil sie die Reichweite gegenüber üblichen, in WLAN-Adapter integrierten Rundstrahlantennen deutlich erhöhen, erleichtern Richtantennen das Auffinden und Eindringen in fremde WLANs. Stichprobenartige Tests in deutschen Großstädten haben Mitte 2004 gezeigt, dass jedes zweite Funknetz unverschlüsselt für Jedermann zugänglich war. Offene WLANs sind jedoch nicht nur Schwarz-Surfern und Datenspionen eine leichte Beute, sondern können auch von Spam-Mail-Versendern unerkannt missbraucht werden. Die verbreitete Verschlüsselungstechnik WEP bietet jedoch keinen ausreichenden Schutz. Neuere Hacker-Werkzeuge können sie in kurzer Zeit knacken. Das jüngere Verfahren WPA zeigte sich bisher nicht löcherig, erfordert aber meist auch den Kauf neuer WLAN-Geräte. (dpa)/ (kav)

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