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WM-Tickets: Polizei kritisiert Sonderbehandlung für Sponsoren

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Die Nachricht, dass Sponsoren-Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 keine persönlichen Daten des Inhabers enthalten sollen, beunruhigt die Polizei. Frank Scheulen, Sprecher der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS), befürchtet laut Tagesspiegel, es könne ein "Informationsdefizit" entstehen, wenn die Daten nicht kontrolliert und erfasste Hooligans nicht ausgemacht werden können, zumal die Karten über den Schwarzmarkt gehandelt werden könnten.

Durch die Verbindung von personalisierten RFID-Labels und elektronischer Zugangstechnik wollen die Organisatoren Ticketfälschungen erschweren und sicherstellen, dass nur berechtigte Personen Zutritt ins Stadion erhalten. Der Vizepräsident des Organisationskomitees (OK), Horst R. Schmidt, hatte dem Tagesspiegel am Sonntag bestätigt, dass auf den Eintrittskarten der WM-Sponsoren und teilnehmenden Verbände "kein einzelner Name, sondern nur der entsprechende Firmen- oder Verbandsname" gedruckt werde.

Das erregt auch bei Verbraucherschützern Unmut. Carel Mohn von der Verbraucherzentrale Bundesverband sagte, bei den Fans setzte man sich, anders als bei Sponsoren, über alle Datenschutzbedenken hinweg. "Damit macht man sich unglaubwürdig." Auch bei der Koordinationsstelle für Fanprojekte ist Murren zu vernehmen. Sie fordert als Ausgleich für die Ungleichbehandlung "viel Service und leichte Handhabe" beim Verkauf der Tickets über die Ticketbörse. Schmidt hatte am Wochenende auch erklärt, er sei optimistisch, dass die Übertragung von Tickets möglich gemacht werden könne. Allerdings müssten "triftige Gründe" vorliegen.

Siehe zum Thema Ticketverkauf, Zuschauerüberwachung und Datenschutz zur Fußball-WM 2006 auch: (anw)