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WM der Segel-Roboter: Österreicher vor Titelverteidigung

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Das Boot des österreichischen Teams Roboat

(Bild: Roboat)

Das österreichische Team des ASV Roboat steht vor der Verteidigung seines Weltmeistertitels im Roboter-Segeln. Nach dem ersten von zwei Wettkampftagen bei der World Robotic Sailing Championship vor der portugiesischen Küste haben die Österreicher bereits einen fast uneinholbaren Vorsprung. "Die Schweizer haben das schnellste Boot", zollte Adrian Dabrowski vom ASV Roboat gegenüber heise online der Konkurrenz Tribut. "Es ist schneller und kann steiler gegen den Wind kreuzen. Wo wir vier Wenden benötigen, brauchen die nur eine. Sie sind unsere härtesten Konkurrenten." Trotzdem konnte das Roboat beide Wettfahrten gewinnen, zumal es als einziges der acht teilnehmenden Boote überhaupt ins Ziel kam.

Den Schweizern riss einmal das Segel, auch bei der anderen Wettfahrt wurde das Boot der ETH Zürich durch einen nicht näher bekannten Defekt gestoppt. Die anderen Teams aus Frankreich, Großbritannien, Portugal und den USA scheiterten ebenfalls. Immerhin ist keines der Wasserfahrzeuge gekentert, aber Software- btw. Sensorenprobleme oder aber Programmabstürze beendeten die gestrigen Fahrten auf offener See vor dem Ziel. Aufgrund des Punkteschemas bedeutet das den optimalen Wert von 2 Punkten für das Roboat-Team und ernüchternde 16 Punkte für alle anderen Teams.

Es werden noch zwei weitere Wettfahrten auf demselben Kurs stattfinden. Nur wenn das Roboat zweimal Letzter wird oder ausscheidet und ein anderes Team beide Fahrten für sich entscheidet, würden die Österreicher noch vom ersten Platz verdrängt. Bei Punktegleichstand entscheidet nämlich das letzte der vier Rennen. Immerhin dürften die beiden heutigen Fahrten spannender werden als die gestrigen: "Der Wind war gestern bei zirka 20 Knoten. Das machte vielen Booten stark zu schaffen", so Dabrowski, "Heute werden nur zwölf bis 14 Knoten erwartet. Das erhöht die Chancen, dass mehr Boote durchkommen."

Fernziel aller Roboter-Segler ist die Konstruktion von Segelbooten, die unbemannt den Atlantik überqueren können. Bisher gab es zur Vorbereitung zwei als "Microtransat" bezeichnete Regatten auf einem französischen See 2006 und vor der walisischen Küste 2007 sowie im Mai 2008 die erste Weltmeisterschaft auf dem österreichisch-ungarischen Neusiedlersee. Alle drei Bewerbe konnte das Roboat-Team von InnoC.at für sich entscheiden. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)

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