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WWDC: Apple macht das iPhone platt

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Das iPhone 4: 9,3 mm schlank, 960 x 640 Bildpunkte, 5 Megapixel Kameraauflösung.

(Bild: Apple)

Apple-Chef Steve Jobs hat zum Auftakt der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC wie erwartet das neue iPhone 4 vorgestellt. "Es ist das präziseste und schönste Ding, das wir je gemacht haben", sagte Jobs bei seiner Keynote zur Eröffnung des WWDC am Montagabend in San Francisco. In den USA und Deutschland sowie Frankreich, Großbritannien und Japan soll das neue iPhone bereits am 24. Juni in Schwarz und Weiß erhältlich sein. Zusammen mit einem Mobilfunkvertrag kostet es in den USA 199 US-Dollar (16 GByte) oder 299 US-Dollar (32 GByte); Preise für Deutschland waren am Abend noch nicht bekannt.

Das iPhone 4 entspricht im Grunde dem Prototypen, der schon vor Wochen vom US-Blog Gizmodo auseinandergenommen wurde und für einigen Ärger gesorgt hatte. Optisch ist das Smartphone etwas dünner – es ist das flachste iPhone bisher – und eckiger geworden und erinnert mit dem Edelstahlrahmen an das Design des iPad. Auch sonst hat das iPhone einiges vom großen Bruder geerbt: Das kleinere MicroSIM-Format kommt ebenso zum Einsatz wie die Displaytechnik IPS (In-Plane-Switching), die Apple den gängigen OLED-Displays vorzieht.

Mit IPS soll das iPhone mit Kontrastwerten über 800:1 und kräftigen Farben glänzen. Besonders hob Jobs die hohe Auflösung hervor: Bei derselben Fläche (3,5 Zoll Diagonale) zeigt das iPhone 4 viermal so viele Pixel wie der Vorgänger, die 960 × 640 Bildpunkte entsprechen einer Auflösung von 326 dpi. Damit ist das Display deutlich schärfer als die der Konkurrenten Nexus One (252 dpi) und Motorola Milestone (268 dpi).

iPhone 4 (7 Bilder)

Apple iPhone 4: flacher, schneller, höhere Auflösung

Von vorne betrachtet lässt sich das iPhone 4 kaum vom Vorgänger 3GS unterscheiden – auf den zweiten Blick fällt aber die zweite Kamera auf, die für Videotelefonate mit anderen iPhone-4-Besitzern gedacht ist. (Bild: Apple)

Auch in puncto Laufzeit und Geschwindigkeit soll das vierte iPhone das vor einem Jahr präsentierte iPhone 3GS abhängen. Dazu hat Apple einen größeren Akku und den schon im iPad eingebauten ARM-Prozessor A4 spendiert. Bis zu 10 Stunden soll das iPhone damit beim Abspielen von Videos und Browsen per WLAN laufen, 40 Stunden beim Musikhören. Ausgeliefert wird das iPhone 4 mit Apples vor einigen Wochen vorgestelltem iPhone OS 4, das nun iOS heißt. Für ältere Modelle gibt es das kostenlose Update auf iOS 4 ab dem 21. Juni.

Das Quadband-Smartphone funkt mit den UMTS-Beschleunigern HSDPA und HSUPA und soll beim Surfen Geschwindigkeiten von brutto 7,2 MBit/s im Downlink und 5,7 MBit/s im Uplink erreichen. Wie das Nexus One hat das neue iPhone ein zweites Mikrofon zum Ausblenden von Hintergrundgeräuschen, um so für eine bessere Sprachqualität zu sorgen. Der neue Edelstahl-Rahmen ist zugleich die Antenne und soll einen besseren Empfang von Bluetooth-, WLAN-, GPS-, UMTS- und GSM-Signalen gewährleisten. Der eingebaute 3-Achsen-Gyrosensor soll eine genauere Bewegungserkennung erreichen und auch das Drehen um die eigene Achse registrieren.

Die Kamera schießt Fotos mit einer Auflösung von fünf statt bisher drei Megapixel (2592 × 1944). Ein LED-Blitz und ein hinterleuchteter Sensor sollen für eine bessere Bildqualität in dunklen Umgebungen sorgen. Außerdem bringt das neue iPhone eine zweite Kamera auf der Vorderseite mit. Zum Schluss seiner Keynote ("one more thing...") demonstrierte Jobs damit die neue Videotelefonie-Funktion. Über WLAN sollen Videoanrufe zu anderen iPhone-4-Besitzern möglich sein, zumindest zunächst aber nicht über UMTS. Die Videotelefonie-Anwendung heißt FaceTime, ist vorinstalliert und erfordert laut Apple keinen Konfigurationsaufwand. FaceTime wird in einem Werbevideo auf Apples Website präsentiert.

Videos werden in HD-Auflösung aufgezeichnet (1280 × 720) statt in VGA wie beim Vorgängermodell. Wer die Videos gleich auf dem iPhone bearbeiten will, muss sich die neu entwickelte iMovie-App für 5 US-Dollar herunterladen.

Die Keynote von Konzernchef Steve Jobs eröffnet die diesjährige Apple Worldwide Developers Conference, die von heute bis Freitag in San Francisco stattfindet. Unter dem Motto "The center of the app universe" steht in diesem Jahr vor allem die Software-Entwicklung für iPhone und iPad im Vordergrund. Eine Eintrittskarte kostet 1599 Euro, 5200 Entwickler haben sich dafür angemeldet.

Zur WWDC 2010 siehe auch:

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