Menü

WWDC: Mac OS X 10.4 "Tiger" brüllt 64-bittig

vorlesen Drucken Kommentare lesen 457 Beiträge

Apple-Chef Steve Jobs hat heute auf der Eröffnungsveranstaltung der World Wide Developers Conference (WWDC) einen ersten Blick auf die nächste Mac-OS-X-Version gewährt. "Tiger", so der Codename der Version 10.4, wird native 64-Bit-Prozesse unterstützen, erklärte Jobs. Große Geschwindigkeitssteigerungen darf man von der 64-Bit-Unterstützung auf den G5-Macs allerdings nicht erwarten. In erster Linie ist der native Modus für Anwendungen interessant, die mehr als 4 GByte große Speicherblöcke am Stück nutzen wollen. Apple nennt deshalb auch hauptsächlich Datenbanken, Ingenieur- und wissenschaftliche Anwendungen als Nutznießer des 64-Bit-Support. Zu 32-Bit-Anwendungen soll Tiger voll kompatibel bleiben.

Zu den mehr als 150 neuen Funktionen von Mac OS X 10.4 gehört auch Spotlight. Damit sollen sich Dokumente oder Informationen blitzschnell aufspüren lassen. Laut Apple ermöglicht es Spotlight, praktisch alles zu durchsuchen und zu strukturieren -- egal, ob es sich um E-Mails, Grafiken oder Office-Dokumente handelt. Die Technik hinter Spotlight liegt auch den "Smart Folders" des Finder, den "Smart Mailboxes" von Apple Mail und den "Smart Groups" des systemweiten Adressbuchs zugrunde, die Informationen ohne Zutun des Anwenders organisieren und aktuell halten sollen.

Dashboard heißt eine Erweiterung des mit Panther eingeführten Exposé-Kontrollfelds, das alle geöffneten Fenster verkleinert und übersichtlich am Bildschirm anzeigt. Das Dashboard nimmt neuartige Hilfsprogramme auf, die so genannten Widgets, und lässt sich jederzeit schnell aufrufen. Widgets können beispielsweise Aktienkurse abfragen, Kalender oder Taschenrechner sein oder iTunes steuern. Offenbar hat sich Apple bei den Widgets vom Konfabulator von Arlo Rose und Perry Clarke inspirieren lassen.

Eine neue Version von Apples Web-Browser Safari kann RSS-Nachrichtenströme (Really Simple Syndication) selbstständig aufspüren. Anwender können sich dann aus mehreren Feeds etwa eine persönliche Nachrichtenseite zusammenstellen.

iChat soll mit einem H.264-Videocodec eine deutlich bessere Bildqualität bieten, ohne nach mehr Bandbreite zu verlangen. Die neue Version soll Audiokonferenzen mit zehn und Videokonferenzen mit drei Teilnehmern erlauben.

Mit dem Automator greift Apple Anwendern unter die Arme, die sich wiederholende Aufgaben zwar mit einer Skriptsprache automatisieren wollen, aber keine Lust zum Programmieren haben. Im Automator klickt man AppleScripts einfach per Maus zusammen.

Die Server-Variante von Mac OS X 10.4 bringt weitere Server-Dienste mit: So gehört mit Tiger ein Weblog-Server zum Lieferumfang. Der iChat-Serverdienst erlaubt verschlüsselte Kommunikation via SSL/TSL und nutzt Kerberos für die Authentifizierung der Chat-Partner. Plattform-übergreifend können iChat-Nutzer dann mit Jabber-Clients auf Windows- und Linux-PCs kommunizieren. Über "Mobile Home Directories" kann ein Anwender sein Stammverzeichniss auf dem Server ablegen und es trotzdem beim Anmelden an einem beliegen Rechner im Netzwerk nutzen, als ob es auf der lokalen Platte des Anmelderechners läge. Der Software-Update-Dienst hält Software-Updates für ein Netzwerk vor, um sie nicht mehr für jeden Client einzeln aus dem Internet herunterladen zu müssen.

Bis Mac-Anwender den Tiger auf ihre Desktop- und Server-Rechner loslassen können, müssen sie sich allerdings noch ein wenig gedulden. Das Betriebssystem soll erst im ersten Halbjahr 2005 auf den Markt kommen. Für die Desktop-Ausgabe will Apple 149 Euro verlangen, für die Server-Software mit 10-Client-Lizenzen 579 Euro. Bei einer unbegrenzten Anzahl an Clients soll Mac OS X Server 1149 Euro kosten.

Zu Apples World Wide Developers Conference siehe auch: (adb)