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WWW-Schöpfer Tim Berners-Lee will das Web den Konzernen entreißen

Tim Berners-Lee wird Unternehmer und versucht, mit dem Open-Source-Dienst Solid das Web zu dezentralisieren.

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Tim Berners-Lee

Tim Berners-Lee hat das Web (WWW) in den 80er Jahren erfunden.

Tim Berners-Lee ist nicht glücklich mit dem, was aus seiner Erfindung – dem WWW – geworden ist, und sieht es an einem kritischen Punkt angekommen. "Das Web hat sich in einen Motor der Ungleichheit und Spaltung entwickelt", schreibt Berners-Lee und kritisiert diese Entwicklung, hält aber eine Wende zum Besseren für möglich. Daher lässt er seine Aufgaben beim W3C und bei der MIT-Hochschule ruhen und hat mit Partnern das Unternehmen Inrupt gegründet.

Den Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückgeben

Die von Inrupt entwickelte Plattform Solid, hervorgegangen aus einem MIT-Forschungsprojekt, will uns allen vollständige Kontrolle über unsere Daten geben. Das bedeutet: "die Wahl, wo die Daten gespeichert werden, welche Personen und Gruppen auf einzelne Elemente zugreifen können und welche Apps man benutzt".

Solid will Social-Media-Daten in einer Hand vereinen - in der des Nutzers.

Ein Solid-POD ist ein "Personal Online Data Store", also ein Daten-Safe, der auf ausgewählte Inhalte Lese- und Schreibrechte gewährt. Das umfasst die üblichen Social-Web-Funktionen wie Likes, Sharing, Kommentieren und die Einbindung in Social Feeds durch Dritt-Apps. Eingebaute Funktionen wie Adressbuch, Chat, Kalender, Dokumente, Links, Mehrbenutzer-Notizbuch und Online-Meeting ermöglichen Zusammenarbeit. Weitere Solid-Apps sind nach Angaben des Unternehmens in Vorbereitung; die Entwicklung steht jedem offen.

Solids Server-Software ist natürlich Open Source und lässt sich auf eigener Hardware installieren oder als gehosteter Dienst verwenden. Um Solid auszuprobieren, kann man kostenlose PODs bei inrupt.net oder solid.community anlegen. Die Software basiert auf Node.js. (tiw)

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