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Wachstum bei E-Books kann Rückgang im Buchhandel nicht ausgleichen

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Der deutsche Buchhandel hat im vergangenen Jahr mit Büchern und Fachzeitschriften 9,6 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind 1,4 Prozent weniger als im Jahr 2010, heißt es in einer Mitteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. E-Books hätten mit durchschnittlich 6,2 Prozent zum Gesamtumsatz der Verlage beigetragen, 2010 waren es noch 5,4 Prozent. Im Endkunden-Buchmarkt (ohne Fachbücher und Schulbücher) betrug der Umsatzanteil mit E-Books 2011 rund 1 Prozent.

Das Leseinteresse sei ungebrochen groß. Nach sieben Jahren Umsatzwachstum in Folge hätten sich nun aber die Konjunkturschwankungen der vergangenen Jahre auch auf den Buchmarkt ausgewirkt, sagte Börsenverein-Geschäftsführer Alexander Skipis. Die steigenden Umsätze mit E-Books könnten den Rückgang im traditionellen Buchgeschäft nicht kompensieren, die Weichen dafür seien aber gestellt. Verlage und Buchhandlungen fragten sich deshalb nicht mehr ob, sondern wann sie ins E-Book investieren.

Im Frühjahr 2011 war die Buchbranche noch davon ausgegangen, dass der Durchbruch für E-Books kurz bevor steht. Nun heißt es, die Erwartungen an das Geschäft mit E-Books und E-Readern seien bei Buchhandlungen gedämpft. Für das laufende Jahr schätzen sie den durchschnittlichen Umsatzanteil von E-Books am Gesamtumsatz auf 1,2 Prozent, im Vorjahr lagen die Erwartungen noch bei 1,9 Prozent.

Rund die Hälfte aller Verlage haben laut einer Studie der GfK Panel Services bereits E-Books im Programm, fast 90 Prozent sollen es zukünftig sein. Bei denen, die E-Books anbieten, erscheinen aktuell 42 Prozent der Novitäten auch als E-Book. Für 2015 erwarten die Verlage einen durchschnittlichen Umsatzanteil der E-Books am Gesamtumsatz ihres Verlags von 17 Prozent. Im vergangenen Jahr lautete die Prognose noch 16,2 Prozent.

90 Prozent der Verlage gehen davon aus, dass Tablet-Computer unter den Lesegeräten dominieren werden, allerdings nehme die Bedeutung von E-Book-Readern deutlich zu. Mittlerweile seien 68 Prozent der Verlage überzeugt, dass sich auch diese Geräte durchsetzen werden, das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch im letzten Jahr. Für die Studie wurden Anfang des Jahres 2011 und 2012 eine Auswahl aus 1800 Sortimentern und 1850 Verlegern befragt. Die Hochrechnung der E-Book-Absätze und Umsätze 2011 stammen aus dem GfK-Verbraucherpanel mit insgesamt 20.000 Personen, die monatlich zu ihren Bucheinkäufen befragt werden. (anw)