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Wahlmaschinen-Hersteller wehrt sich gegen Analyse

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In New Jersey kam es bei den Vorwahlen für die US-Präsidentschaftskandidaten zu Unregelmäßigkeiten bei den Wahlmaschinen des Herstellers Sequoia Voting Systems.

Aus den Papierausdrucken einiger Systeme vom Typ AVC Advantage waren mehrere Auffälligkeiten zu beobachten. Auf einem Belegstreifen des Wahlbezirks Union stimmte die Gesamtzahl der für eine Partei abgegeben Stimmen nicht mit der Summe überein, die sich aus den Stimmen für die einzelnen Kandidaten ergibt.

Aufgrund dieser Unregelmäßigkeiten wollte der Landkreis Union County einen der Wahl-Computer zur unabhängigen Analyse an die Universität von Princeton übergeben. Als dies bekannt wurde, erhielten die Professoren Andrew W. Appel und Edward W. Felten unerwartet Post vom Hersteller der Wahlmaschinen.

In der E-Mail warnte Sequioa-VP Edwin Smith: Sollte der Wahlkreis einen der Computer an Appel und Felten schicken, verstöße dies gegen das Lizenzabkommen zur Verwendung des Wahlsysteme. "Sequoia hat zudem Anwälte dazu beauftragt, jegliche Verletzungen unseres geistigen Eigentums zu verhindern, einschließlich unautorisierter Analyse."

Die Verantwortlichen aus Union County erklärten daraufhin, ihnen sei das Risiko einer Klage zu groß. Man werde die Wahlmaschine daher nicht wie geplant an die Princeton University senden. In einer Stellungnahme versucht Sequoia die Diskrepanzen mit Bedienfehlern der Wahlhelfer zu erklären.

Derweil hat Professor Felten in seinem Weblog "Freedom to Tinker" mit einer Analyse der Wahlzettel begonnen. Dabei widerlegt er auch gezielt die Argumentation von Sequoia Voting Systems. Eine gezielte Manipulation des Ergebnisses schließt Felten derzeit aus. Die Unregelmäßigkeiten scheinen auf einem Design-Fehler der Wahlmaschinen zu beruhen: "Sequoias eigene Erklärung stellt klar, dass sie einen Konstruktionsfehler begangen haben, der zum fehlerhaften Verhalten der Wahlmaschine führte." (ghi)

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