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Wahlmaschinenfiasko in Finnland

Bei den Kommunalwahlen in Finnland, die am Sonntag stattfanden, wurde in drei Gemeinden ein elektronisches Stimmabgabesystem getestet. Wie das finnische Justizministerium berichtete, kam es dabei zu erheblichen "Usability-Problemen".

In dem Verfahren sollte sich der Wähler durch eine Smart Card ausweisen, die Nummer des von ihm gewünschten Kandidaten eingeben und zweimal mit "OK" bestätigen. Weil dies durch die Benutzerführung offenbar nicht deutlich genug erklärt wurde, verzichteten viele auf das zweite "OK" und entfernten stattdessen ihre Smart Card – was dazu führte, dass ihre Stimme nicht gezählt wurde. Hinzu kam, dass in den vom Justizministerium herausgegebenen Anleitungen ein möglicher Abbruch des Abgabevorgangs auf ganz andere Weise erklärt wurde, was viele Wähler glauben ließ, dass sie ordnungsgemäß gewählt hätten, auch wenn dies tatsächlich nicht der Fall war.

Zudem beklagten Wähler, dass entweder die Touchscreen-Bildschirme sehr schlecht funktionierten oder das System nach dem mehrmaligen Drücken von "OK" minutenlang hing. Die Electronic Frontier Finland (EFFI) hatte das System, mit dem am Sonntag gewählt wurde, bereits in der Planungsphase kritisiert und in einem Bericht auf massive Mängel hingewiesen. Nun fordert die Organisation, auch mit Verweis auf die großen Unterschiede, die eine relativ kleine Anzahl von Wählerstimmen in den Kommunalparlamenten ausmachen kann, eine Wiederholung der Wahl in den betroffenen Gemeinden. (pem)

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