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WannaCry: Deutschland laut BSI-Chef "mit blauem Auge davongekommen"

Noch ist der Angriff des Krypto-Trojaners WannaCry nicht beendet. Es sei aber abzusehen, dass er in Deutschland glimpflich ausgegangen ist, meint BSI-Chef Schönbohm. IT-Sicherheit müsse aber endlich ernst genommen werden, fordert er.

WannaCry: Deutschland laut BSI-Chef "mit blauem Auge davongekommen"

Deutschland hat den weltweiten Cyber-Angriff des Krypto-Trojaners WannaCry mit einem blauen Auge überstanden. Das erklärte zumindest Arne Schönbohm, der Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in einem Interview mit dem RBB-Inforadio. Noch würden aber immer neue Infektionen registriert, das aktuelle Szenario gleiche also einer Flutwelle mit weiter steigenden Pegelständen. Überrascht sei man in seinem Haus nicht gewesen von diesem Angriff, wohl aber von der mangelnden Vorbereitung bei den Unternehmen. Und das obwohl im zweiten Halbjahr 2016 ein Drittel aller Unternehmen von Ransomware betroffen gewesen seien.

Schönbohm kritisierte, dass IT-Sicherheit in Unternehmen noch allzuoft keine Priorität genieße. Das liegt seiner Meinung nach daran, dass ein ein Großteil der IT-Verantwortlichen nicht die Entscheider in Unternehmen sind. Wenn es um die Sicherheit ihrer IT gehe, sagten die stattdessen "Das macht der Elektro-Erich um die Ecke". Dieses Prinzip werde aber nicht funktionieren. Er begrüßte auch die Pläne der Bundesregierung, die Informationspflichten für IT-Angriffe auszuweiten. Das sei aber nur sinnvoll, wenn im Gegenzug auch klar sei, dass Angreifer gefunden und zur Rechenschaft gezogen würden. Er selbst gibt sich auch zuversichtlich, dass die Verantwortlichen für WannaCry ausfindig gemacht werden.

Während der BSI-Chef aber noch von neuen Infektionen im Rahmen des WannaCry-Angriffs berichtete, gibt Europol bereits vorsichtig Entwarnung. Die europäische Polizeibehörde hat in Europa keine neuen Angriffserfolge registriert, teilte ein Sprecher gegenüber der dpa mit. Offenbar hätten Warnungen der Experten und Ermittler funktioniert und Unternehmen sowie Nutzer hätten ihre Computer geschützt. Noch am Wochenende hatte Europol vor einem Chaos am Montag gewarnt, wenn viele Nutzer nach zwei freien Tagen ihren Computer wieder einschalteten: "Dazu kam es zum Glück nicht".

Infografik zu den Folgen von WannaCry

(Bild:  heise online/statista )

(mho)

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