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Warhammer 40K Inquisitor – Martyr angespielt: Heiliges Gemetzel

Mit W40K: Inquisitor - Martyr von Neocore bekommt das beliebte Warhammer-Universum endlich ein packendes Weltraum-Diablo.

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Warhammer 40K Inquisitor – Martyr angespielt: Heiliges Gemetzel

(Bild: Neocore)

Der ungarische Entwickler Neocore schickt im Action-Rollenspiel W40K: Inquisitor - Martyr die Spieler auf eine brutale Alienjagd durch das All. Als Inquisitor kommt er im Raumschiff Martyr einer Verschwörung auf die Spur, die das ganze W40K-Universum bedroht. Ein paar clevere Ideen, fiese Monster und das obligatorische Gemetzel machen aus diesem Actionrollenspiel ein kurzweiliges und düsteres Abenteuer.

Für die Jagd nach den Eindringlingen aus einer anderen Dimension gibt es drei Klassen: Den panzer- und waffenstarrenden Crusader, die flinke Assassinin und den Psyker, der mit Warp-Energie und Psikräften die Gegner in Schach hält. Wir wählen die letzte Klasse aus und stürzen uns mit Laserpistole und Energiestab in das riesige Labyrinth der Martyr.

Kleine und große Monsterhorden stürmen auf unseren Psyker ein, er erledigt sie mit einer Mischung aus gezielten Pistolenschüssen und Flächenschaden. Ähnlich wie in Diablo ist das bei kleineren Gegnern recht einfach. Erst die mittleren und größeren Bosse erfordern Geschick, Taktik und Geduld. Im Gegensatz zum großen Blizzard-Vorbild ist das Spieltempo langsamer und viele Level sind schlauchartig gestaltet. Hier gibt es nur wenig zu entdecken.

Warhammer 40K Inquisitor – Martyr angespielt (5 Bilder)

Die farbarme Grafik erschwert manchmal die Übersicht.
(Bild: Neocore)

Die Aufgaben sind simpel: Laufe hierhin, sammle diese Daten, säubere den Bereich von allen Feinden – viel mehr ist den Entwicklern nicht eingefallen. Spannend wird es, wenn wir einen Stützpunkt verteidigen. Dann müssen kleine Armeetruppen, Minen oder Geschütztürme platziert werden. Hinter Trümmern oder Mauern können wir uns wie in einem Deckungsshooter verbarrikadieren.

Zwischen den Missionen geht es zurück zur Basis. Hier können wir nicht nur zwischen Haupt- und Nebenmissionen wählen, sondern auch auf mehreren Fertigkeitsbäumen die Charakterfähigkeiten ausbauen, handeln oder mit Bauplänen neue Ausrüstung basteln. Wem das Ganze zu leicht ist, der kann den Schwierigkeitsgrad der Missionen erhöhen. Beinharte Fans setzen noch eins drauf und erstellen sich mit einer Art Sammelkartendeck besonders knifflige Herausforderungsmissionen, die bessere Lootdrops garantieren. Der Multiplayermodus bietet spezielle Koop- oder PvP-Missionen an, die aber momentan noch unter Verbindungsproblemen leiden. Schade.

Die Grafik in Warhammer 40K Inquisitor – Martyr ist detailreich gestaltet, aus den Boxen klingt die typische pathetischen Vertonung. Leider wechseln sich die Spielorte zumindest in diesen ersten gut zehn Spielstunden visuell kaum ab: düster, blutig und ein bisschen arm an Farben. Das passt alles gut zum Szenario, aber gerade bei größeren Gefechten fehlt es an Übersicht.

Abgesehen vom enttäuschenden Multiplayer-Modus bietet Neocore mit W40K: Inquisitor - Martyr einen spannenden Diablo-Klon im Warhammer-Universum. Ein paar taktische Möglichkeiten bringen etwas Abwechslung in das bekannte Spielprinzip und das Feintuning an der Spielfigur bietet viel Platz zum Experimentieren. Das könnte alles perfekt sein, wenn das Leveldesign etwas abwechslungsreicher wäre. So bleibt es nur ein guter, teilweiser origineller Diablo-Klon.

W40K Inquisitor – Martyr (ab 53,95 €) ist am 05. Juni als Download für Windows erschienen, Versionen für Xbox One und PS4 folgen. Es kostet ca. 50 Euro. Für unser Angespielt haben wir die Windows-Fassung ein paar Stunden gespielt. (Andreas Müller) / (dahe)

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