Menü

WarnWetter: Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes nun abgespeckt oder für 2 Euro erhältlich

Der Deutsche Wetterdienst hat zwar im Streit über seine App WarnWetter Berufung eingelegt, ist aber verpflichtet, das vorläufig vollstreckbare Urteil zunächst umzusetzen. Daher gibt es die App nun in zwei Versionen.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 242 Beiträge
WarnWetter: Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes nun abgespeckt oder für 2 Euro erhältlich

Wer das WarnWetter des DWD weiterhin in vollem Umfang nutzen will, muss nun 1,99 Euro bezahlen.

(Bild: Screenshot der iPhone-App)

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Bonn im Streit über die App WarnWetter hat der Herausgeber, der Deutsche Wetterdienst (DWD) reagiert. Ab sofort ist die Wetter-App entweder stark abgespeckt kostenlos erhältlich oder in dem bisher bekannten Umfang für knapp 2 Euro. Das geht aus einer DWD-Mitteilung hervor.

Gegen die App WarnWetter hatte WetterOnline geklagt, das selbst eine Wetter-App anbietet. Der Dienst hatte moniert, dass der steuerfinanzierte DWD mit seiner App gegen das DWD-Gesetz verstößt. Das Gericht folgte der Darstellung, dass sich im "WarnWetter" nicht nur – wie im Gesetz gefordert – amtliche Warnungen, sondern auch allgemeine Informationen über das Wetter befinden.

Der DWD hat gegen das erstinstanzliche Urteil der 4. Kammer für Handelssachen des LG Bonn Berufung eingelegt, ist aber verpflichtet, das vorläufig vollstreckbare Urteil zunächst umzusetzen. Hans-Joachim Koppert, Vorstand Wettervorhersage des DWD, kommentierte: "Das Landgericht Bonn verlangt mit seinem Urteil vom nationalen Wetterdienst Deutschlands, den Bürgern wichtige Informationen über Unwettergefahren nur noch eingeschränkt bereitzustellen. Das halten wir hinsichtlich der gesetzlichen Aufgaben des DWD für außerordentlich bedenklich."

Für ein angemessenes Verhalten der Bevölkerung bei Wettergefahren seien nicht nur die allgemeinen amtlichen Warnungen des DWD, sondern auch einordnende spezifische Wetterinformationen erforderlich, meint der Wetterdienst. Die entgeltfreie Warn-Wetter-App habe deshalb bisher auch hoch aufgelöste Bilder und Filme des DWD-Wetterradars, des Wettersatelliten METEOSAT sowie Modellvorhersagen für die wichtigsten warnrelevanten Ereignisse wie Sturm, Dauer- oder Starkniederschläge angeboten.

Nutzer, die schon die aktuelle Version 1.8 installiert haben, können die Vollversion über einen In-App-Kauf freischalten. Neue Nutzer installieren zunächst die eingeschränkte Version aus den Stores von Google, Apple oder Windows und können anschließend die Vollversion über In-App-Kauf erwerben. Dem Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen steht das gesamte Angebot der WarnWetter-App weiterhin kostenlos, aber nur noch passwortgeschützt zur Verfügung.

Der Bundestag hatte im Juni dieses Jahres beschlossen, dass der Deutsche Wetterdienst künftig Informationen rund um amtliche Warnungen vor gefährlichen Unwettern oder radioaktiven Strahlen als Open Data herausgeben kann. Auch nach dieser Novelle sei das Angebot einer unentgeltlichen Wetter-App durch den DWD nicht zulässig, hatten die Bonner Richter entschieden. (anw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige