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Warner: Pannenserie bei Blu-ray-Produktion reißt nicht ab

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In letzter Zeit beweist Warner, das als letztes großes Hollywood-Studio beide HD-Disc-Formate unterstützt, kein glückliches Händchen bei der Produktion von Blu-ray Discs: Als sich Anfang Dezember in einigen "Harry Potter Years 1-5 Giftset"-Boxen als fünfte Disc die HD-DVD- statt der Blu-ray-Fassung des Films "Harry Potter and the Goblet of Fire" fand, scherzte man in einschlägigen Foren noch, dass das Studio nach dem (vorläufigen) Scheitern seiner Idee einer Hybrid-Scheibe nun auf diese Weise versuche, die beiden verfeindeten HD-Disc-Lager zusammenzubringen.

Nur wenige Wochen später stellte sich jedoch heraus, dass es auch eine Panne bei der Produktion der Blu-ray-Version der "Ultimate Collector's Edition" des Ridley-Scott-Klassikers "Blade Runner" gegeben hatte: Statt der fünften Disc mit dem bislang unveröffentlichten "Workprint" des Films erhielten einige Käufer des laut Liste immerhin 100 US-Dollar (rund 70 Euro) teuren Sets ein falsch bedrucktes Duplikat der ersten Scheibe.

Kurz vor Weihnachten folgte nun der dritte Streich: So musste Warner eingestehen, dass der Film "Terminator 3" (T3) entgegen dem Packungsaufdruck nicht im Vollbildformat 1080p (mit 1920 × 1080 Bildpunkten) auf der Blu-ray Disc gespeichert ist, sondern lediglich im Halbbildformat 1080i. Offenbar ist beim Authoring der Disc etwas schief gelaufen.

Dabei wollte Warner gerade bei dieser Scheibe auf "besonders raffinierte Weise" einen Videokommentar realisieren. Statt die Bild-in-Bild-Funktion des BD-Profils 1.1 zu nutzen, das bislang noch von sehr wenigen Playern unterstützt wird, speicherte man den Film zweimal auf der Blu-ray Disc: einmal in der gewöhnlichen Fassung und einmal mit hart hineinkodiertem Videokommentar. Interessanterweise plant Warner nach einem Bericht von High-Def Digest für T3 bislang keine Rückrufaktion. Die fehlerhaften Versionen werden demzufolge in den USA weiterhin verkauft. Nur wer den Fehler bemerkt und sich bei Warner meldet, soll eine Ersatzdisc erhalten.

Da die Blu-ray Discs von Warner nicht mit einem Regionalcode ausgestattet sind, erfreuen sie sich beim derzeit schwächelnden Dollarkurs auch bei europäischen Heimcineasten großer Beliebtheit. In allen drei Fällen wird der Umtausch für Käufer, die ihren Wohnsitz nicht in den USA haben, zumindest teuer – wenn nicht sogar völlig unmöglich. (nij)