Warner bringt Audio-DVDs mit neuem Kopierschutz

Warner Music wird in den USA ab 7. November und kurz danach in Europa erste Musiktitel im DVD-Audio-Format mit dem neuen CPPM-Kopierschutz auf den Markt bringen.

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Die Warner Music Group wird in den USA ab 7. November erste Musiktitel im DVD-Audio-Format auf den Markt bringen, die mit einem neuen, angeblich sicheren Kopierschutz namens CPPM (Content Protection for Pre-recorded Media) und Watermarking ausgerüstet sind. Nach Aussage von Warner Deutschland werden die Disks kurz danach auch in Europa zur Verfügung stehen.

Das DVD-Audio-Format bietet gegenüber der herkömmlichen Musik-CD eine erheblich größere Kapazität bis zu 17 GB, höhere Samplingfrequenzen zwischen 44,1 und 192 kHz und Auflösungen von 12 bis 24 Bit (Audio-CD: um 650 MB, 44,1 kHz bei 16 Bit fix). Zudem sind bis zu 6 Tonkanäle nutzbar. Das DVD-Audio-Format wurde bereits im Februar 1999 verabschiedet, die Markteinführung erster Seriengeräte jedoch nach dem Crack des DVD-Video-Kopierschutzes CSS (Content Scrambling System), der ursprünglich auch für DVD-Audio vorgesehen war, verschoben.

Das jetzt eingesetzte CPPM-Verfahren soll einen stärkeren Kopierschutz bieten und trotzdem rückwärtskompatibel sein: Während man in der Deutschland-Zentrale der Firma Toshiba – immerhin Mitentwickler des CPPM-Verfahrens – bis heute über keinerlei diesbezügliche Informationen verfügt, ließen sich nach Aussage von Warner Deutschland Final-Release-Exemplare der Audio-DVDs dort sowohl auf einem älteren Video-DVD-Player von Onkyo als auch auf dem Vorserienmodell eines Audio-DVD-Players der Firma Panasonic problemlos abspielen.

Die erhöhte Audio-Qualität der Audio-DVDs hat jedoch ihren Preis: Die Disks sollen in der Anfangszeit nicht unter 50 Mark zu haben sein, ein dedizierter Audio-DVD-Player dürfte in etwa das Doppelte eines Video-DVD-Players der Mittelklasse kosten. Wichtig für die optimale Klangwiedergabe sind zudem hochwertige Boxen, ein A/V-Verstärker mit 5.1-Anschluss und ein insgesamt auf Klanggüte abgestimmtes System. Das Abspielen auf vorhandenen Video-DVD-Playern ohne DVD-Audio-Fähigkeit dürfte indes weniger audiophil verlaufen: In diesem Fall wird der auf den Disks ebenfalls abgespeicherte Dolby-Digital-Track im 5.1-Surround-Format genutzt, mit einer Datenrate von 448 kBit/s.

Die Einstiegs-Hürden für den Audiophilen sind somit hoch gesteckt, und mit Durchschnitts-Equipment schrumpft das überlegene Klangpotenzial der Audio-DVDs zügig in Richtung der herkömmlichen Audio-CD. Unter diesen Vorzeichen könnte die Musikindustrie gegenüber dem "Normalhörer" in Erklärungsnöte geraten, weshalb dieser nun unbedingt auf die Audio-DVD umsteigen soll. Der nochmals verbesserte Kopierschutz dürfte hier wohl kaum das schlagende Argument sein... ()