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Warner gibt falsche Behauptung von Urheberrechten zu

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Der Medienkonzern Warner Bros. hat vor einem Gericht in Florida zugegeben, sich wiederholt fremde Urheberrechte angemaßt zu haben. Warner hat vom Filehoster Hotfile laufend das Löschen dort gespeicherter Dateien verlangt und dabei stets bestätigt, die Urheberrechte zu besitzen. Dies traf aber nicht immer zu. Die mangelnde Prüfung der Ansprüche soll auch nach einer Beschwerde von Hotfile nicht geändert worden sein.

So hat Warner Urheberrechte an einer Open-Source-Software reklamiert und deren Löschung verlangt. Es soll dies die am häufigsten von Hotfile heruntergeladene Datei überhaupt gewesen sein. Warners Rechtfertigung vor Gericht: Dieses Programm habe es ermöglicht, illegal verbreitete Kopien von Warner-Filmen schneller herunterzuladen.

In zwei weiteren Fällen dürfte das Studio nach seinem Film "The Box" gesucht und dann die Löschung eines Audiobuchs und einer BBC-Produktion verlangt haben, weil in deren Titel ebenfalls die Zeichenfolge "the Box" enthalten war. Auch einige Demoversionen von Computerspielen wollte Warner entfernt haben – der echte Urheberrechtsinhaber soll dazu ermächtigt haben. Abstrus war die Forderung, eine Datei zu löschen, die angeblich unter dem "Link" http://hotfile.com/contacts.html and give them the details of where the link was posted and the link and they will deal with the @sshole who posted the fake. abrufbar gewesen sei.

Hotfile hatte für Warner ein eigenes Tool für umfangreiche Löschaufforderungen eingerichtet. Außerdem erhielt Warner fünf Premium-Accounts zum schnelleren Download. Vor Gericht argumentiert Warner, es sei zu mühsam, alle verdächtigen Dateien herunterzuladen und zu prüfen. Man habe in einem automatischen Prozess per Software urheberrechtsverletzende Dateien identifizieren lassen; es sei nicht möglich gewesen, alle ausgewiesenen Treffer noch einnmal manuell zu kontrollieren.

Im Februar klagten der US-Filmindustrieverband MPAA und fünf große Hollywood-Studios gemeinsam Hotfile und dessen Gründer Anton Titov (Disney vs. Hotfile) wegen Urheberrechtsverletzung und auf Herausgabe damit erzielten Gewinns. Hotfile reagierte mit einer Gegenklage gegen Warner Bros. Der dabei erhobene Vorwurf: Warner verletzte selbst den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) durch missbräuchliche Löschungsaufforderungen. (anw)

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