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Warum manche Roboter lieber seitwärts gehen

Beräderte Roboter stoßen schnell auf Hindernisse. Roboter mit Beinen sind dafür wesentlich schwieriger zu bauen. Forscher von RoMeLa haben herausgefunden, dass es hilft, den Roboter um 90 Grad zu drehen.

Warum manche Roboter lieber seitwärts gehen

Auf welche Seite das Smiley gemalt wird, ist ja egal: Dieser zweibeinige RoMeLa-Roboter geht seitwärts so stabil, dass er auf ebenem Boden ohne Sensoren auskommt.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

"Ich bin ein großer Fan zweibeiniger Roboter", gestand Andy Rubin auf der Techcrunch Robotics in Berkeley am Samstag. Einst bei Google und nun als Wagniskapitalgeber fördert er die Roboter-Entwicklung voran. Zweibeinige Roboter zu bauen ist aber schwer. "Der Grund, warum zweibeinige Bewegung so schwer in Robotertechnik umzusetzen ist, ist der Abstand zwischen Ihren Beinen", sagte Prof. Dennis Hong vom RoMeLa (Robotics & Mechanics Laboratory).

Dieser Abstand führe beim Vorwärtsschreiten zu Drehbewegungen, die den Roboter destabilisieren. Die RoMeLa-Forscher haben erkannt, dass seitwärts zu schreiten wesentlich stabiler ist. Entsprechend haben sie eine Reihe Zwei- und Mehrbeiner entwickelt, die so ähnlich vorwärts gehen, wie Menschen es seitwärts tun würden.

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RoMeLa-Roboter auf der Techcrunch Robotcs – Kleine Roboter-Parade mit Dennis Hong

Hong ist ein alter Hase in der Branche. Bereits 2007 hat sein Team bei der berühmten Darpa Urban Challenge den dritten Platz errungen. Auch bei Roboterfußball-Bewerb RoboCup konnte er in zwei verschiedenen Kategorien reüssieren.

Rubin ist vor allem als Mitgründer des Smartphone-Betriebssystems Android bekannt. Später leitete er Googles Roboterprogramm. Damals habe der Konzern nicht weniger als elf einschlägige Unternehmen aufgekauft, meint Rubin. Die bekannteste Firma, Boston Dynamics, hat Google inzwischen wieder verkauft, und zwar an den japanischen Mischkonzern Softbank.

Heute leitet er das Wagniskapitalunternehmen Playground Global, das in mehrere Roboter-Firmen investiert hat. Eine davon ist Agility Robotics. Dessen Zweibeiner Cassie hatte Rubin nach Berkeley mitgebracht. Das Gerät ist seit August zu kaufen, sechs Stück wurden bislang abgesetzt, allesamt an Universitäten.

Cassie von Agility Robotics – Am Mikrofon Andy Rubin vom Venture-Capital-Fonds Playground Global

Cassie weist ein ungewöhnliches Design auf: Es gibt keine Hydraulik, sondern die Ingenieure haben versucht, die von Wirbeltieren bekannten Sehnen nachzubilden. Zum Verkaufspreis sagt Agility nur, dass er unter 300.000 US-Dollar liegt. In der Serienproduktion sollen es 35.000 Dollar sein. Rechtliche Hürden gäbe es für Cassie kaum, betonte Agility-Technikchef Jonathan Hurst: "Der rechtliche Rahmen im Freien ist Null, weil bislang noch niemand so etwas verkauft hat." (ds)

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