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Was war. Was wird. (Einer lauen Sommernacht Sommerrätseledition dritter und letzter Teil)

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Wie immer möchte die Wochenschau von Hal Faber den Blick für die Details schärfen: Die sonntägliche Wochenschau ist Kommentar, Ausblick und Analyse. Sie ist Rück- wie Vorschau zugleich.

Was war.

*** Da schau her, wieder ist ein Rätsel der Menschheit gelöst. Der Mars ist ein lieblicher Ort wie eine gut aufgeräumte Müllhalde. Nach Ansicht der Wissenschaftler fühlt man sich sofort wie zu Hause. Doch von kleinen grünen Männchen keine Spur, von Königin Aelita leider nichts und die Worte "Anta Odeli Uta" hat Curiosity auch noch nicht aufgezeichnet. Der Planet Liebe ist der Mars offenbar nicht, die Liebesschwüre auf der Erde bekommt Bobak Ferdowsi, natürlich per Twitter und Facebook. Aber sonst ist es recht nett da draußen, wo Vermessungsarbeiten beginnen, während auf der Erde beim Computer die technische Demenz zuschlägt: Unfassbare Computerpanne kann man das nur nennen, wenn man den Computer als unfehlbare Maschine anhimmelt. Das wiederum wäre schon fast ein richtiges Rätsel, wo doch zum Schluss der Sommerrätselei die Hardware aller Art auf dem Plan steht, die mit der Geschichte des Computers verbunden ist. Fangen wir an, der Sommer dauert ja nicht ewig, die Bombenstimmung ist bald vorbei.

Frage 1: Was ist hier im Bild zu sehen?

Also flugs Frage 1: Was ist hier im Bild rechts zu sehen?

Und gleich noch Frage 2, ganz ohne Bild zur Hilfestellung: Gesucht wird ein Gadget, das ohne Computer nicht realisierbar war.

*** Das große Gauß-Jahr war 2005, die virale Ehrung kommt also etwas verspätet. Vieles spricht dafür, dass die nun entdeckte Malware Gauss im staatlichen Auftrag unterwegs und gegen einen Staat gerichtet ist: Der weltweite kalte Cyber War lässt grüßen. Dass es gegen Syrien gehen soll, ist bei der jahrelangen Laufzeit von Gauss eher unwahrscheinlich und bloße Spekulation, zumal die eigentliche Nutzlast erst noch dekodiert werden muss. Eine "staatliche Malware zum Bankenraub" aus den bisher bekannten Details zu schlussfolgern, ist gewagt. Am Ende ist es gar ein europäischer Rettungsversuch wie Merkels Geheimplan Nummer B. Wie gut, dass die IT längst die passenden Degausser im Programm hat.

*** Diese Kolumne wird am Geburtstag von Steve Wozniak geschrieben, der zum Jubeljahr gefeiert wurde. Nun hat sich Woz in Washington noch einmal das umstrittene Stück "The Agony and The Ecstasy of Steve Jobs" angesehen, eine Tom-Kummer-artige Auseinandersetzung mit den Zuständen in den chinesischen Computerfabriken, in der der Künstler als Journalist auftritt. "Ich werde niemals derselbe sein, nachdem ich diese Show gesehen habe", erklärte Wozniak zur (inzwischen überarbeiteten) Uraufführung im letzten Herbst. Diesmal blieb es bei deftigen Äußerungen zum Cloud Computing, in denen seine Angst vor Kontrollverlust deutlich wurde. "Wir werden viele gräßliche Probleme in den nächsten fünf Jahren erleben", sagte iWoz nach einem von Google in der Cloud gehosteten Agenturbericht.

Frage 4: Was stimmt an dem im Bild zu sehenden Nachbau der Bastelbude von Wozniak nicht?

Keine Ahnung, warum mich das auf Frage 3 bringt: Ryad lässt grüßen. Ryad?

Und erst Frage 4: Was stimmt an dem im Bild links zu sehenden Nachbau der Bastelbude von Wozniak nicht?

*** Im trubeligen London inmitten der olympischen Sommerspiele ist die Geschichte von Julian Assanges Aufenthalt in der Botschaft von Ecuador etwas in den Hintegrund geraden. Eine weitere Veröffentlichung aus der internen Mail-Diskussion von Stratfor soll dem Fall Assange die nötige Aufmerksamkeit sichern, inklusive Behauptungen über DDoS-Attacken auf Wikileaks. Bei näherer Hinsicht ist viel Getuschel dabei und das Szenario von Bourne Identity scheint die Vorlage zu liefern. So bietet die Trapwire-Geschichte guten Stoff für Verschwörungstheoretiker und Aluhut-Fabrikanten, während die realen Auswirkungen von Wikileaks in ihrem ganzen Irrsinn übersehen werden. Wie eine geleakte Regierungsanweisung zeigt, übertreffen die Verhaltensregeln für nicht mehr ganz so geheime, bei Wikileaks aufgetauchte Dokumente jeden Catch 22.

Frage 5: Was macht der "Stromkreis" im Bild in welchem Buch?

Aber schauen wir uns erstmal Frage 5 an: Was macht der "Stromkreis" im Bild rechts in welchem Buch?

Etwas musikalischer Frage 6: Eine fruchtige Firma warb mit einem abgewandelten Ina-Deter-Song für ihren Rechner. Welche Firma und welcher Song?

*** Bundesinnenminister Friedrich ist derzeit dank #OpenFriedrich schwer damit beschäftigt, die Zielvereinbarung für seinen frisch besetzten Verfassungsschutz festzulegen. Schließlich soll die völlig überflüssige rechts blinde, links blöde Behörde nun ein unverzichtbares Frühwarnsystem zu werden, in der jeder Treffer mit einer Medaille belohnt wird. Neben den Schützern, die Kryptokommunisten wie Katja Kipping beschatten, müssen dringend die Fachkräfte für die Grünen besser ausgebildet werden. Dann ist da noch die Piratenpartei und diese höchst verdächtige Mitte der Gesellschaft. Was ist nicht alles schon aus dieser Mitte gekommen!

Frage 7: Was ist das? Die Abhörschnittstelle des Verfassungsschutzes?

Das ist aber jetzt doch logisch, dass jetzt Frage 7 kommt: Was ist das im Bild links? Die Abhörschnittstelle des Verfassungsschutzes?

Frage 8: Mit diesen Gerätchen begann der Untergang. Oder?

**** Es hat schnell die Runde gemacht, das Urteil des Bundesgerichtshofes zum Auskunftsanspruch in den Fällen, in denen Rechteinhaber ihre Werke in Musik-Tauschbörsen gefunden haben. Wieder einmal ist ein handwerklich schlecht gemachtes Gesetz kassiert worden, diesmal jedoch nicht von dem Verfassungsgericht und nicht ein Gesetz der aktuellen Regierung. So mancher erinnert sich jetzt an das Versprechen der damaligen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), mit dem Hinweis auf "gewerbliches Ausmaß" sei klargestellt, dass es nicht um Jugendverfehlungen gehe. Nun ist prompt der Passus vom gewerblichen Ausmaß vom Gericht als taube Nuss abgeschmettert worden.Wenn ein Song ganz oben in den Charts steht oder ganz neu auf dem Markt ist, reicht ein einziges Angebot, gewerbliches Ausmaß hin oder her. Jetzt wird eine neue Welle von Abmahnungen die ohnehin heiß gelaufene Debatte über das Urheberrecht anfeuern. Die Alternative wäre der ernsthafte Einstieg in die Debatte über die Kulturflatrate oder neue, günstige und legale Kaufangebote der Musikindustrie. Ernsthaft. Um es mit Biermanns Oma Meume zu sagen: Dann, lieber Gott, wird auch der Kommunismus siegen.

Zwnagsläufig muss jetzt Frage 8 kommen: Mit diesen Gerätchen in den beiden Bildern rechts begann der Untergang. Oder?

Was wird.

Frage 9: Hingesesselt und losgesurft, hieß es in der Werbung. Was passierte wirklich?

Wer in die Zukunft schaut, blickt oft genug verblüfft in die Vergangenheit. Die stetig anschwellende Flut der Pressemeldungen, ob zur IFA in Berlin oder den randständigen Add-Ons wie der Medienwoche oder dem Showstage TEDx zeigen viele bekannte Konzepte. Verwunderlich, welch ein ausgesprochen zähes Leben der ans Internet angeschlossene Kühlschrank führt, der nachweislich nicht gekauft wird. Auch das Family Whiteboard aus dem Berliner T-Com-Haus müsste rechnerisch inzwischen in jedem zweiten Haushalt stehen, stattdessen sieht man iPads und hier und da ein Android-Tablet. Mit der Internet-Integration in dem Fernseher sieht es nicht anders aus. Neu ist hier die Gestensteuerung als letzter Schrei, die perfekte Selbstüberwachung der Couchkartoffel. Befragt, warum das von ihm gepriesene Fernsehen als neues Medium so schrecklichen Mist produziere, antwortete Marshall McLuhan einmal: "Man muss mit den Medien reden, nicht mit dem Programmierer. Mit dem Programmierer reden ist so, wie sich beim Würstchenverkäufer im Stadion über das schlechte Spiel seiner Lieblingsmannschaft zu beschweren." Hier irrte sich der gute Mann.

Dann also Frage 9: Hingesesselt und losgesurft, hieß es in der Werbung im Bild links. Was passierte wirklich?

Frage 10: Noch so eine Vision. Von wem kam und wie hieß die Technik?

Und zum Schluss noch Frage 10: Noch so eine Vision, im Bild rechts. Von wem kam und wie hieß die Technik?

Die Lösung aller Fragen erfolgt wie üblich am Montag. Bis dahin kann gekniffelt werden und die letzte Sommersonne genossen. (jk)