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Wasser auf der Erde ist größtenteils älter als die Sonne

Forscher haben herausgefunden, dass bis zu 50 Prozent des Wassers auf der Erde und im Sonnensystem vor der Sonne geformt wurde. Das heißt, in anderen Sternsystemen dürfte es ähnlich sein und Wasser damit weiter verbreitet als gedacht.

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Die Sonne ist wohl jünger als große Teile unserer Ozeane.

Zwischen 30 und 50 Prozent des Wassers in unserem Sonnensystem sind offenbar älter als die Sonne selbst. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler gekommen und schließen daraus, dass dieser Urstoff des Lebens im Universum deutlich weiter verbreitet sein könnte als bislang gedacht, berichtet das Magazin Science. Wenn solch große Mengen des Wassers in unserem Sonnensystem noch aus dem interstellaren Raum stammen, spräche dies dafür, dass es in anderen Systemen ähnlich ist. Immerhin sind die Bedingungen in diesen Gebieten ohne Sterne deutlich gleichförmiger als in entstehenden oder ausgebildeten Sternsystemen.

Die Forscher um Ilse Cleeves von der University of Michigan bauten ihre Arbeit auf Deuterium und das sogenannte Schwere Wasser auf, das durch dieses natürliche Wasserstoff-Isotop gebildet wird. Im Wasser auf der Erde und anderswo im Sonnensystem ist Deuterium deutlich häufiger als insgesamt im Universum. Das heißt bei der Wasserbildung muss der Prozess mit Deuterium etwas schneller vonstatten gegangen sein als der mit Wasserstoff. Die dafür nötigen Bedingungen – sehr kalte Temperaturen, Sauerstoffatome und ganz bestimmte ionisierende Strahlung – seien aber nur im interstellaren Raum gegeben.

Um ihre Theorie zu untermauern mussten die Forscher lediglich prüfen, ob das so entstandene Wasser die Bildung der Sonne überstehen konnte und was für Wasser in der protoplanetaren Scheibe und danach entstand. Ihnen zufolge schützte die junge Sonne ihre Umgebung schon so vor der ionisierenden Strahlung, dass Schweres Wasser nicht mehr schneller produziert wurde. Das gegenwärtige Verhältnis von Wasser zu Schwerem Wasser sei also nur zu erklären, wenn große Mengen des Wassers älter sind als die Sonne. Da diese Entwicklung in anderen Systemen ähnlich abgelaufen sein müsste, dürfte Wasser als entscheidende Voraussetzung für erdähnliches Leben deutlich häufiger sein als bislang angenommen. Denn selbst wenn in einem jungen Sternsystem kein Wasser mehr entsteht, wäre jede Menge altes aus dem interstellaren Raum vorhanden. (mho)

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