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Watch Dogs Legion: Mit neun Millionen Protagonisten durch London

Der dritte Teil von Ubisofts Open-World-Serie Watch Dogs kommt im März 2020. Wir konnten ihn bei der Gamescom probespielen.

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Schön cyberpunkig: Ubisofts neuen Open-World-Epos Watch Dogs Legion.

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Viele von Ubisofts Open-World-Spiele gelten als nicht sonderlich originell. Umso erfreulicher, dass der dritte Teil des Hacker-Abenteuers Watch Dogs nun mit einer echten Innovation glänzt: Jede einzelne in der offenen Welt auftauchende Figur ist spielbar – egal ob Polizistin, Rentner oder Gärtnerin: Alle können zu Protagonisten der Story werden. Da die Figuren prozedural generiert sind, wirbt Ubisoft mit sage und schreibe neun Millionen unterschiedlichen Charakteren.

Anschauliches Beispiel für das "Play as anyone"-System: Durch Watch Dogs Legion kann man auch mit einer älteren Dame kämpfen.

In unserem 45-minütigen Probespiel auf der Gamescom probierten wir eine handvoll Spielfiguren unterschiedlichen Alters, Ethnie und Geschlechts aus; und alle fühlten sich glaubwürdig an. Das ist technisch durchaus beeindruckend: Schließlich bewegt sich ein 20-jähriger Rapper komplett anders als eine 80-jährige Großmutter. Außerdem müssen Stimmlage und Akzent zur Figur passen. Ubisoft hat also etliche Schauspieler ins Motion-Capture-Studio geholt und alle im Spiel möglichen Dialoge von etlichen Sprechern aufnehmen lassen – eine Heidenarbeit. Leider konnten wir Ubisoft auf der Gamescom nicht entlocken, auf wie vielen Grundtypen die angeblich neun Millionen möglichen unterschiedlichen Figuren basieren – es dürften aber eine ganze Menge sein.

Auch dramaturgisch ist die Masse der Protagonisten eine Herausforderung für die Entwickler. Schließlich können sie die Story nicht an vorgegebene Charaktere hängen; die Geschichte muss mit allen Protagonisten Sinn ergeben. Konkret bedeutet das, dass man in jeder Cutscene den aktuell gespielten Charakter sieht.

Trailervideo: Watch Dogs Legion (Quelle: Ubisoft)

Zu Beginn des Spiels hat man Zugriff auf drei Charaktere, allesamt Mitglieder der DedSec-Hackergruppe. DedSec kämpft für Bürgerrechte in einem totalitären Post-Brexit-London. Sieht man eine Person auf der Straße, mit der man gerne spielen würde, muss man diese erst von DedSec überzeugen. Je nach deren Einstellung zu den Untergrund-Kämpfern ist das leichter oder schwerer; in der Praxis muss man für einen DedSec-Sympathisanten lediglich eine Sidequest absolvieren, für eine neutral eingestellte Person zwei und für DedSec-Gegner drei. Eine dieser Missionen führt uns beispielsweise ins Polizei-Hauptquartier, wo wir das Vorstrafenregister eines potenziellen Dedsec-Mitglieds löschen.

Abgesehen von der "Play as anyone"-Technik (so nennt das Ubisoft) spielt sich Watch Dogs Legion ähnlich wie der Vorgänger Watch Dogs 2: Man gurkt durch die Stadt und infiltriert gegnerische Gebäude; dabei kann man auf unterschiedliche Weise vorgehen, aggressiv ballernd, defensiv schleichend oder sogar passiv hackend; statt selbst ins Gebäude zu laufen, schickt man einfach eine Drohne vorbei.

Insgesamt macht das Watch Dogs Legion einen durchaus überzeugenden Eindruck; wenn uns auch die Grafik noch etwas bieder vorkam – in der von uns gespielten Alpha-Version gab es noch keine Post-Effekte. Das Spiel soll am 6. März 2020 für PC, PS 4 und Xbox One veröffentlicht werden.

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(jkj)