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Watson 2.0: Jeopardy-Gewinner soll aufs Smartphone

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IBM arbeitet daran, eine deutlich effizientere Version des Supercomputer-Programms Watson in Zukunft auch auf Smartphones und Tablets zum Laufen zu bringen. Das erklärte Bernard Meyerson, der bei IBM als Vizepräsident für Innovation zuständig ist, gegenüber Businessweek. Dabei beschrieb er Watson 2.0 quasi als eine deutlich leistungsfähigere Version von Apples Siri, die sich zuerst bevorzugt an Geschäftskunden richten soll. Bis es dafür ausgereift ist, müssten aber noch einige Hürden gemeistert werden.

Watson bei seinem Sieg in Jeopardy

Watson zog im Februar 2011 die Aufmerksamkeit nicht nur in den USA auf sich, als der Supercomputer die Quizshow Jeopardy gewinnen konnte. Seitdem wird die Technik zur Hilfe bei Management-Entscheidungen oder bei der Analyse von Finanzdaten für Citigroup eingesetzt. Für den Krankenversicherer WellPoint soll Watson auch im Gesundheitssektor genutzt werden.

Gegenüber Businessweek erläuterte Meyerson jetzt IBMs Pläne, die Technik in Zukunft auf Mobilgeräten zur Verfügung zu stellen. Eine der größten Schwierigkeiten dabei sei aber noch die benötigte Rechenkapazität. So greift Watson aktuell auf zehn Server-Racks zurück, deren Kapazität mit der von 6000 Computern vergleichbar ist. Aber selbst wenn die meisten Berechnungen auch in Zukunft in solch einem Rechenzentrum durchgeführt werden würden, würde die zugehörige App noch zu viel Strom verbrauchen. Neben direkt gestellten Fragen soll sie auch Bilder analysieren können.

Aktuell dauert es außerdem noch vergleichsweise lange, bis Watson alles Nötige für seine Arbeit "gelernt" habe. Aus diesem Grund kann beispielsweise die Arbeit für WellPoint, die bereits im September 2011 angekündigt wurde, frühestens 2013 beginnen. Noch wird Watson mit sehr vielen Fragen und den zugehörigen Antworten versorgt, bevor das Programm diese selbstständig zuordnen kann.

Als eine mögliche Anwendung für ein Watson 2.0 beschreibt Businessweek einen Patienten, der seinem Smartphone die Symptome erklärt, die er bei sich selbst festgestellt hat. Die App soll ihm dann eine Auswahl der wahrscheinlichen Erkrankungen anzeigen und Kontakt zu einem Arzt herstellen. Der könnte die Diagnose dann anhand der Krankenakte anpassen. Eine andere Anwendungsmöglichkeit biete sich für einen Bauer, der direkt auf seinem Feld sein Smartphone fragt, ob es sinnvoll sei jetzt Mais zu pflanzen. Watson könnte darauf dann unter Zugriff auf regionale Daten, historische Erfahrungen und wissenschaftliche Studien antworten. (mho)