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Wau-Holland-Stiftung distanziert sich von Assange

Die Wau-Holland-Stiftung betont die Bedeutung des Transparenz-Projekts Wikileaks, distanziert sich dabei aber von Julian Assange, der mit Aktivitäten auf Twitter und in anderen sozialen Medien eine eigene politische Agenda verfolge.

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"Chaos-Computer-Club"

Wau Holland vom «Chaos-Computer-Club» im November 1984. Mitglieder des Clubs hackten das BTX-System der Post.

(Bild: dpa, Werner Baum)

Im Vorfeld des 34. Chaos Communication Congress (34C3) hat die Wau-Holland-Stiftung (WHS) ein Statement zur Förderung von Wikileaks veröffentlicht. Wikileaks ist eines von 15 Projekten, die die gemeinnützige WHS fördert und für die zweckgebunden Spenden eingezahlt werden können.

Die Stiftung fördert jedoch nicht alle Veröffentlichungen von Wikileaks. Die für Transparenz eintretende Truppe um Julian Assange muss anonymisierte Projektvorschläge einreichen, über die dann die WHS mit einfacher Stimmenmehrheit entscheidet. "Tatsächlich wurden im Lauf der Zeit einige Publikationen nicht gefördert, unter anderem die Veröffentlichung der Podesta-E-Mails", heißt es in der Stellungnahme. Wikileaks hatte im Jahr 2016 E-Mails von John Podesta veröffentlicht und damit in den US-Wahlkampf eingegriffen

Die Stellungnahme der Wau-Holland-Stiftung enthält so etwas wie einen deutlichen Ordnungsruf, was Wikileaks und ähnliche Projekte anbelangt, die sich für Informationsfreiheit einsetzen: "Die Wau-Holland-Stiftung verfolgt keine parteipolitischen Ziele oder politische Agenda im In- oder Ausland und distanziert sich ausdrücklich von Tweets und Aktivitäten, die Zweifel an der Unabhängigkeit und Integrität des Projekts aufkommen lassen und den Eindruck erwecken, Wikileaks selbst unterstütze oder sabotiere direkt politische Parteien oder Personen." Die Stiftung sei vielmehr dem friedlichen Zusammenleben der Völker verpflichtet. Dieser Passus bezieht sich offenbar auf den Wikileaks-Chef Julian Assange, der sich zuletzt mit einer Serie von Tweets für die katalonische Unabhängigkeit engagierte.

Am ersten Weihnachtstag war das Twitter-Konto von Assange kurzzeitig gelöscht worden. Ob diese Aktion von Twitter oder Assange selbst veranlasst wurde, ist derzeit noch unbekannt. Inzwischen twittert Assange wieder für die Unabhängigkeit von Katalonien und die Trennung von Spanien. Die Wau-Holland-Stiftung ist auf dem Chaos Communication Congress, der morgen in Leipzig beginnt, mit einem eigenen Stand vertreten, wo die Ziele und Projekte der Stiftung diskutiert werden sollen. (Detlef Borchers) / (hob)

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